Der Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Hier handelt es sich in 95 Prozent der Fälle um einen Typ 1 Diabetes. Aber auch Fälle mit Typ 2 Diabetes sind mittlerweile bei Jugendlichen keine Seltenheit mehr.
Nach aktuellen Schätzungen sind in Deutschland zwischen 21.000 und 24.000 Kinder und Jugendliche von der Zuckerkrankheit betroffen. Bereits seit längerem wird beobachtet, dass weltweit die Zahl der Typ 1 Diabetesfälle in dieser Altersgruppe zunimmt. Betroffen sind vor allem Kleinkinder. In Deutschland steigt die Rate der Neuerkrankungen derzeit um 3 bis 5 Prozent pro Jahr an.
Die Ursachen für die Zunahme der Typ 1 Diabeteshäufigkeit sind bisher noch unbekannt. Zum einen werden Vererbungsfaktoren verantwortlich gemacht. Hiermit allein lässt sich der Anstieg aber nicht erklären. Experten nehmen an, dass auch die Veränderung von Umweltbedingungen und Lebensstil eine Rolle spielen. Unter anderem wird vermutet, dass die geringere Bereitschaft zum Stillen das Risiko des Kindes für die Autoimmunerkrankung Typ 1 Diabetes erhöht. Weitere mögliche Gründe werden derzeit in Studien untersucht.
Der Typ 2 Diabetes wurde früher auch als „Alterszucker“ bezeichnet. Schon längst trifft diese Bezeichnung nicht mehr zu, denn es gibt immer mehr Menschen, bei denen die Erkrankung bereits im jüngeren Erwachsenalter festgestellt wird.
Seit einigen Jahren häufen sich in den westlichen Industrienationen die Berichte über eine Zunahme von Typ 2 Diabetes unter Kindern und Jugendlichen. Die Betroffen sind durchweg übergewichtig. In den USA zum Beispiel ist die Zahl der Typ 2 Diabetesfälle in dieser jungen Altersgruppe in den letzten 20 Jahren um das Zehnfache angestiegen. Für Europa wird ein ähnlicher Trend befürchtet. Verantwortlich sind vor allem die deutliche Zunahme von Übergewicht unter Kindern und Jugendlichen, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung.
Bei Untersuchungen in einzelnen Regionen Deutschlands hat man festgestellt, dass etwa 7% aller übergewichtigen Jugendlichen von einer Störung des Zuckerstoffwechsels betroffen sind. Oftmals finden sich schon bei diesen jungen Patienten gleichzeitig erhöhte Blutdruckwerte und eine Fettstoffwechselstörung. Besonders oft wird der Typ 2 Diabetes nach dem Einsetzen der Pubertät beobachtet.
Gelegentlich gibt es im Kindes- und Jugendalter auch Fälle mit einem so genannten MODY Diabetes (= Maturity-Onset Diabetes of the Young). Dabei handelt es sich um einen nicht insulinpflichtigen Diabetes, bei dem auch keine Antikörper gegen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse nachweisbar sind. Das Gewicht ist bei Patienten mit MODY Diabetes meist normal. Verantwortlich für die Erkrankung sind genetische Störungen, die familiär vererbt werden.
zurück zu Diabetes in Zahlen