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    Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)
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    Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

    Informationen und Empfehlungen für Frauen mit Gestationsdiabetes

    Wir möchten Ihnen hiermit alle notwendigen Informationen und Empfehlungen geben, die Sie benötigen, um die Situation des Schwangerschaftsdiabetes zu verstehen.
    Wir wollen Ihre Fragen beantworten und dazu beitragen, dass Sie verständliche Ängste um die Gesundheit Ihres Kindes abbauen können.
    Darüber hinaus sollten Sie alle weiteren Fragen mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt besprechen.


    Was ist Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)?


    Foto: TKK

    Bei Ihnen wurden in der Schwangerschaft erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt.
    Diese Form des Diabetes wird Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes genannt, da die hohen Blutzuckerwerte meistens auf die Zeit der Schwangerschaft begrenzt sind und nach der Geburt wieder verschwinden. 

    Wie kommt es zum Schwangerschaftsdiabetes?

    Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel immer an. Die blutzuckererhöhenden Stoffe sind die Kohlenhydrate. Diese sind enthalten in Brot, Gebäck, Reis, Nudeln, Kartoffeln sowie in allen anderen Stärkeprodukten, ebenso in Obst, Milch, Milchprodukten (mit Ausnahme von Quark) und allen Süßwaren.

    Das Hormon Insulin wird vom Körper in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es hat die Aufgabe, Zucker zur Energiegewinnung in die Zellen zu bringen und so den Zuckerspiegel im Blut zu regulieren.

    Wenn zuwenig Insulin zur Verfügung steht oder Insulin seine Wirlung nicht entfalten kann und deshalb die Blutzuckerwerte zu hoch sind, spricht man von Diabetes mellitus oder Zuckerkrankheit.

    Die Schwangerschaft stellt eine erhebliche Belastung für den Stoffwechsel der Mutter dar. Durch die Schwangerschaftshormone steigt der Insulinbedarf an. Kann die Schwangere diesen erhöhten Bedarf nicht durch Mehrproduktion von Insulin ausgleichen, steigt der Blutzuckerspiegel höher als üblich an, und man spricht von Schwangerschaftsdiabetes.

    Nach der Geburt wird wieder weniger Insulin benötigt und so verschwindet der Diabetes in der Regel wieder.


    Wer neigt zum Schwangerschaftsdiabetes?

    Ein erhöhtes Risiko, einen Schwangerschaftsdiabetes zu bekommen, besteht,wenn ...

    ... die Schwangere über 30 Jahre alt ist
    ... Übergewicht zu Beginn der Schwangerschaft besteht
    ... Diabetes mellitus Typ 2 bereits in der Familie vorkommt
    ... in der Schwangerschaft schon wiederholt Zucker im Urin nachgewiesen wurde
    ... schon einmal ein Gestationsdiabetes bestand
    ... bei vorangegangenen Geburten ein besonders großes Kind (Gewicht über 4500 g) geboren wurde


    Ist Gestationsdiabetes gefährlich?

    Gestationsdiabetes kann sowohl für das ungeborene Kind als auch für die Mutter gefährlich sein.

    Ein hoher Blutzucker der Mutter führt über die Placenta ebenso zu einem hohen Blutzucker beim ungeborenen Kind. Das Kind im Mutterleib versucht, den hohen Blutzucker durch eine stärkere Insulinproduktion auszugleichen. Das überproduzierte Insulin bewirkt ein überschießendes Wachstum des Kindes; das Kind wird sehr groß und schwer. Bei nicht behandeltem Gestationsdiabetes werden so oft Säuglinge mit einem Gewicht von über 4000 g geboren. Dabei sind Geburtskomplikationen häufiger und oft ist die Entbindung durch Kaiserschnitt erforderlich.

    Weitere Komplikationen bei unbehandeltem oder schlecht behandeltem Gestationsdiabetes können sein: Frühgeburt, Totgeburt, Atemprobleme beim Neugeborenen.

    Die Frauen selbst haben bei Gestationsdiabetes häufiger Harnwegsinfekte, Gestosen (Wassereinlagerungen, Bluthochdruck) und neigen später dazu, einen Typ-2-Diabetes zu bekommen.


    Wie wird der Schwangerschaftsdiabetes festgestellt?

    Ab der 24. Schwangerschaftswoche steigt der Insulinbedarf stetig an. So ist es zu erklären, dass Schwangerschaftsdiabetes meistens in der 24.- 28. Woche auftritt. Heute empfiehlt man, bei jeder Schwangeren in dieser Zeit einen Zuckerbelastungstest durchzuführen. Bei bestehenden Risikofaktoren ist diese Untersuchung besonders wichtig.

    Ein einfacher Suchtest kann beim Gynäkologen oder Hausarzt durchgeführt werden. Dabei wird der Blutzucker eine Stunde nach Trinken einer Zuckerlösung (50 g Traubenzucker) bestimmt. Liegt dieser Wert über 140 mg/dl (7,8 mmol/l), besteht der Verdacht auf Gestationsdiabetes.

    Die genaue Klärung ergibt dann ein Belastungstest, der meist in einer Diabetesambulanz oder Diabetes-Schwerpunktpraxis vorgenommen wird. Hier werden nüchtern, sowie eine und zwei Stunden nach Trinken einer Zuckerlösung (75 g Traubenzucker) die Blutzuckerwerte bestimmt.

    Für Deutschland gelten folgende Grenzwerte bei Blutentnahme aus dem Finger:

    Messzeitpunkt kapilläres Vollblut venöses Plasma
    (mg/dl) (mmol/l) (mg/dl) (mmol/l)
    Nüchtern > 90 > 5,0 > 95 > 5,3
    nach einer Stunde > 180 > 10,0 > 180 > 10,0
    nach zwei Stunden > 155 > 8,6 > 155 > 8,6

    Bei Bestimmung aus venösem Vollblut gelten die folgenden Grenzwerte: Nüchtern: 85 mg/dl (4,7 mmol/l); nach 1 Std. 165 mg/dl (9,2 mmol/l);nach 2 Std. 140 mg/dl (7,8 mmol/l).
    Der Grenzwert für den Nüchternblutzucker aus venösem Plasma beträgt 95 mg/dl (5,3 mmol/l). Die übrigen Grenzwerte sind identisch mit denen für kapilläres Blut.

    Werden mindestens zwei Grenzwerte überschritten, besteht die Diagnose Gestationsdiabetes.


    Wie wird Gestationsdiabetes behandelt?

    Ein festgestellter Schwangerschaftsdiabetes kann sehr gut behandelt werden. Ziel dabei ist es, die Blutzuckerwerte in einem optimalen Bereich zu halten.

    Zielwerte:

    Einstellungsziele kapilläres Vollblut
    (mg/dl) (mmol/l)
    Nüchtern / Präprandial 60 - 90 3,3 - 5,0
    1 Stunde postprandial (nach dem Essen) < 140 < 7,8
    2 Stunde postprandial (nach dem Essen) < 120 < 6,7

    Wichtigster Teil der Behandlung ist die richtige Ernährung. Damit ist der Blutzucker bei 85 % aller Gestationsdiabetikerinnen gut eingestellt.

    Nur bei ca. 15 % der Frauen ist zusätzlich eine Insulinbehandlung erforderlich.
    Dabei reicht es oft, kleine Mengen eines schnell wirkenden Insulins vor den Hauptmahlzeiten zu spritzen. Manchmal wird zusätzlich vor dem Schlafengehen und eventuell morgens ein lang wirkendes Insulin gespritzt, das den Grundbedarf abdeckt und einen hohen Nüchternblutzucker verhindert.

    Zur Insulinsorte und Dosierung wird Ihnen Ihre Ärztin / Ihr Arzt eine individuelle Verordnung geben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Insulin ins Unterhautfettgewebe spritzen. Das ist heute einfach durchzuführen mit sog. Insulinpens.


    Warum Blutzuckerselbstkontrolle?

    Mit Hilfe der Blutzuckerselbstkontrolle stellen Sie fest, ob Ihre Werte im Alltag im gewünschten Bereich liegen.

    In der Klinik bzw. Praxis zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Blutzucker mit Hilfe von Teststreifen und evtl. einem Blutzuckermessgerät selbst bestimmen können. Teststreifen und Lanzetten für Ihre Stechhilfe kann Ihnen Ihr Arzt auf Rezept verschreiben.

    Zu Beginn sollten Sie Ihren Blutzucker sechs mal täglich zu folgenden Zeiten messen:

    nüchtern
    1 1/2 bis 2 Std. nach dem Frühstück
    vor dem Mittagessen
    1 1/2 bis 2 Std. nach dem Mittagessen
    vor dem Abendessen
    1 1/2 bis 2 Std. nach dem Abendessen
    Optimal ist es, wenn alle Werte im gewünschten Bereich liegen, also:

    Einstellungsziele kapilläres Vollblut
    (mg/dl) (mmol/l)
    Nüchtern / Präprandial 60 - 90 3,3 - 5,0
    1 Stunde postprandial (nach dem Essen) < 140 < 7,8
    2 Stunde postprandial (nach dem Essen) < 120 < 6,7

    Ihre Ärztin / Ihr Arzt sagt Ihnen, zu welchen Zeiten Sie Ihren Blutzucker künftig bestimmen sollen.
    Bei alleiniger Ernährungstherapie und gleichmäßiger Ernährungsweise reichen meist vier Werte pro Tag. Bei Insulintherapie benötigen Sie täglich sechs bis sieben Blutzuckerwerte.

    Außerdem testen Sie Ihren Morgenurin ein bis zweimal wöchentlich auf möglichen Acetongehalt.


    Welche Ernährung ist in der Schwangerschaft richtig?

    In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, sich gesund zu ernähren, damit Mutter und Kind mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt sind.
    Die grundsätzlichen Empfehlungen für die Ernährung in der Schwangerschaft gelten auch für Sie bei Gestationsdiabetes:

    •Sie brauchen ausreichend Energie für sich und Ihr Kind. Aber essen Sie nicht "für zwei"!

    •Essen Sie täglich Obst, Gemüse und frische Salate, denn Sie brauchen jetzt besonders viel Vitamine und Mineralstoffe !

    •Bevorzugen Sie Vollkornbrot und andere Vollkomprodukte, wie Naturreis und Vollkornnudeln. Darin sind wertvolle Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe enthalten!!

    •Verwenden Sie wenig Fett für die Zubereitung Ihrer Speisen und als Brotaufstrich. Wählen Sie fettarme Lebensmittel aus !

    •Genießen Sie regelmäßig fettarme Milchprodukte, um ausreichend Calcium zu bekommen!

    •Sie brauchen jetzt viel Flüssigkeit ! Trinken Sie täglich mindestens 1 1/2 Liter Wasser, Tee oder evtl. Süßstofflimonaden !

    •Würzen heißt nicht salzen ! Verwenden Sie reichlich Gewürze und frische Kräuter und salzen Sie sparsam mit Jodsalz !

    •Garen Sie Gemüse kurz im geschlossenen Topf in wenig Flüssigkeit oder Fett!

    Ausführliche Informationen über die richtige Ernährung in der Schwangerschaft entnehmen Sie z.B.der Broschüre:
    "Essen und Trinken in Schwangerschaft und Stillzeit"
    Bestellung:
    Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
    Konstantinstr. 124, 53179 Bonn
    Tel. 0228 / 84990
    E-Mail: aid@aid-online-de


    Bei Gestationsdiabetes gelten zusätzlich folgende Ernährungsempfehlungen:

    1. Günstiges Körpergewicht

    Wenn Sie Normalgewicht haben, sollten Sie im Verlauf der Schwangerschaft nicht mehr als 11 bis 16 kg zunehmen.

    Wenn bei Ihnen Übergewicht besteht, ist es gut, möglichst wenig zuzunehmen, da bei starkem Übergewicht Geburtskomplikationen häufiger sind.
    Eine tägliche Energiemenge von 1500 bis 1800 Kalorien ist dann empfehlenswert. Vermeiden Sie aber unbedingt eine Gewichtsabnahme während der Schwangerschaft, denn dabei würde es zu einer unzureichenden Versorgung Ihres Kindes kommen.
    Eine dauerhafte Gewichtsabnahme ist auf die Zeit nach der Geburt und nach der Stillzeit zu verschieben.

    Tipps für übergewichtige Frauen:

    Wählen Sie magere Wurst- und Fleischsorten, Käse bis 30 % F. i. Tr. und Milchprodukte bis 1, 5 % Fett aus.
    Streichen Sie Butter bzw. Margarine nur sehr dünn aufs Brot; unter Streichwurst und Streichkäse benötigen Sie kein weiteres Fett.
    Kochen Sie schmackhaft mit wenig Fett durch Garmethoden wie Grillen, Dünsten, Dämpfen und durch die Ergänzung mit Gewürzen und frischen Kräutern.
    Nutzen Sie den sättigenden Effekt von Vollkornbrot, Gemüse, Rohkost und Obst.
    Schokolade, Gebäck, Kuchen und Knabbereien sind sehr fettreich; greifen sie hier nur selten und in kleinen Mengen zu.


    2. Mehrere kleine Mahlzeiten

    Empfehlenswert sind fünf bis sechs kleine Mahlzeiten mit einer gleichmäßigen Verteilung der kohlenhydrathaltigen Lebensmittel.
    Damit ist es möglich, den Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten zu begrenzen.
    Neben Frühstück, Mittagessen und Abendessen als Hauptmahlzeiten sind also zwei bis drei Zwischenmahlzeiten sinnvoll. Als Zwischenmahlzeit eignen sich z. B.

    Naturjoghurt mit frischem Obst
    Haferflocken oder Müsli (ohne Zucker) mit Milch
    1 Scheibe Vollkornbrot mit Streichkäse und Radieschen
    1 Portion Frischobst z.8. 200 g Erdbeeren

     
    Tagesbeispiel mit 2200 kcal für eine schwangere Frau mit Normalgewicht (ca. 100 g Eiweiß, 80 g Fett, 250 g Kohlenhydrate)

    Frühstück:

    1 Vollkornbrötchen (60 g)
    1 Scheibe Vollkornbrot od. Mischbrot (60 g)
    dünn Margarine oder Butter (15 g)
    1 Scheibe Schinken (30 g)
    2 Eßl. Magerquark (60 g)
    2 Teel. Konfitüre mit Süßstoff (20 g)
    Kaffee /Tee /Kondensmilch 4% Fett

    2. Frühstück:

    1/4 l Milch oder Sauermilchprodukt, 1,5 % Fett
    1 Portion Obst, z.B. 200 g Erdbeeren

    Mittagessen:

    1 große Portion Gemüse / Salat z.B. 200 g Broccoli
    3 mittelgroße Kartoffeln (240 g)
    1 mittlere Portion mageres Fleisch (120 g)
    (1 Eßl. Öl für die Zubereitung)

    1 Portion Obst, z. B. 1 Orange

    Zwischenmahlzeit:

    2 Scheiben Vollkorntoast (40 g)
    dünn Margarine (10 g)
    2 Teel. Konfitüre mit Süßstoff (20 g)
    1 Portion Obst, z. B. 1 Apfel

    Abendessen:

    1 Scheibe Vollkornbrot (60 g)
    1 Scheibe Roggenmischbrot (60 g)
    dünn Margarine oder Butter (20 g)
    1 Scheibe mageren Aufschnitt (30 g)
    1 Scheibe oder 1 Ecke Käse 40% Fett i.Tr. (30 g)

    1 Portion Frischkost, z.B. Paprika-Tomatensalat (150 g),
    1 Teel. Öl (5 g)

    Spätmahlzeit:

    1 Becher Fruchtjoghurt mit Süßstoff (150 g)
    1 Portion Obst, z.B. 3-4 Aprikosen


    Tagesbeispiel mit 1500 kcal für eine schwangere Frau mit Übergewicht (ca. 80 g Eiweiß, 50 g Fett, 170 g Kohlenhydrate)

    Frühstück:

    1 Vollkornbrötchen (60 g)
    1/2 Scheibe Vollkornbrot oder Mischbrot (30 g)
    dünn Margarine oder Butter(10 g)
    1 kleine Scheibe Schinken (20 g)
    1-2 Eßl. Magerquark (40 g)
    2 Teel. Konfitüre mit Süßstoff (20 g)
    Kaffee / Tee /Kondensmilch 4 % Fett

    2. Frühstück:

    1 Portion Obst, z.B. 3-4 Pflaumen

    Mittagessen:

    1 große Portion Gemüse /Salat, z.B. 200 g Wirsing
    2 mittelgroße Kartoffeln (160 g)
    1 kleine Portion mageres Fleisch (100 g)
    (1 Eßl. Öl für die Zubereitung)

    1 Portion Obst, z.B. 1 kleine Birne

    Zwischenmahlzeit:

    1/4 l Milch oder Sauermilchprodukt 1,5% Fett
    2 Scheiben Knäckebrot

    Abendessen:

    1 Scheibe Vollkornbrot (60 g)
    dünn Margarine oder Butter(10 g)
    1 Scheibe Geflügelaufschnitt (15 g)
    1 kleine Scheibe/Ecke Käse 30 % Fett i.Tr.

    1 Portion Frischkost, z. B. Möhren-Sellerie-Rohkost (150 g)
    1 Teel. Öl (5 g)

    Spätmahlzeit:

    1/4 l Buttermilch
    1 Portion Obst, z. B. 200 g Erdbeeren


    3. Ballaststoffreiche Lebensmittel bevorzugen

    Der größte Teil der Nahrungsenergie sollte aus kohlenhydratreichen Lebensmitteln stammen. Bevorzugen sollten Sie dabei die ballaststoffreichen Varianten:

    Vollkornprodukte wie z.B. Vollkornbrot, Getreideflocken, Naturreis, Vollkornnudeln, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst.

    Diese werden aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehaltes langsamer verdaut, so dass die enthaltenen Kohlenhydrate verzögert ins Blut gelangen. Dagegen bewirken Weißbrot, Weißbrötchen und alle anderen ballaststoffarmen Getreideprodukte einen schnellen Blutzuckeranstieg und sollten deshalb vermieden werden.
    Diese Unterscheidung ist speziell bei Gestationsdiabetes von Bedeutung, da durch Auswahl ballaststoffreicher Lebensmittel die Blutzuckerwerte nach der Mahlzeit zu verbessern sind.

    Falls bei Ihnen eine Insulintherapie erforderlich ist, informieren wir Sie noch ausführlicher über den Kohlenhydratgehalt der Lebensmittel anhand einer Austauschtabelle.
    Die Ernährungsberaterin erstellt Ihnen eine individuelle Ernährungsempfehlung mit Beispielen für die einzelnen Mahlzeiten.


    4. Vorsicht bei zuckerhaltigen Lebensmitteln

    Zucker als Süßungsmittel in Getränken wird sehr schnell aufgenommen und bewirkt so einen raschen und starken Blutzuckeranstieg. Verzichten Sie deshalb auf Limonade, Coca Cola, Eistee und alle anderen mit Zucker oder Honig gesüßten Getränke. Ebenso sollten Sie Zuckerwaren wie Bonbons, Gummibärchen und Lakritz vermeiden.

    Auch Fruchtsäfte enthalten natürlichen Zucker und erhöhen schnell den Blutzuckerspiegel. Trinken Sie deshalb lieber reichlich Mineralwasser oder Früchte- und Kräutertees.

    Süßwaren wie z.B. Schokolade, Pralinen, Gebäck, Kuchen, süße Fertiggerichte und Milchprodukte enthalten außer Zucker auch einen relativ hohen Fettanteil. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Genuß dieser Lebensmittel weniger stark an. Kleine Mengen dieser Süßwaren, also z.B. ein kleines Stück Kuchen oder ein Riegel Schokolade sind möglich, ohne dass der Zielwert von 120 mg/dl überschritten wird.
    Testen Sie also häufiger Ihren Blutzuckerwert 1 1/2 Std. nach dem Essen !

    Als Süßungsmittel ist kalorienfreier Süßstoff für Sie empfehlenswert. Es ist erwiesen, dass vernünftige Mengen Süßstoff auch für Ihr Kind unschädlich sind. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, wählen Sie einen Süßstoff auf der Basis der Substanzen "Aspartame" oder "Acesulfam" aus.

    Beispiele:
    Canderel, Streusüße und Tabletten
    Spinnrad, Lightsüß Tabletten
    Assugrin, Tabletten

    Ebenfalls sind mit Süßstoff gesüßte Lebensmittel wie Frucht-Milchprodukte, kalorienreduzierte Konfitüre und Limonaden für Sie geeignet. Beachten Sie genau die Zutatenliste, um sicher zuckerfreie Produkte auszuwählen.

    Diabetiker-Lebensmittel wie Schokolade, Gebäck, Eis und Kuchen enthalten als Süßungsmittel Fruchtzucker oder andere energiehaltige Zuckeraustauschstoffe. Diese haben keine nennenswerten Vorteile gegenüber der Verwendung von üblichem Zucker und werden deshalb nicht mehr empfohlen.

    Was kann die Schwangere selbst tun?

    Die genannten Empfehlungen zeigen Ihnen, dass Sie selbst ganz entscheidend zu einem guten Verlauf von Schwangerschaft und Geburt beitragen können.



    Darüber hinaus gilt eine wichtige Empfehlung für übergewichtige Frauen:

    Beginnen Sie nach der Geburt bzw. Stillzeit mit einer konsequenten Gewichtsabnahme! Dadurch reduzieren Sie erheblich das Risiko, später dauerhaft Diabetes zu bekommen. Nehmen Sie bei der Gewichtsabnahme die fachkundige Beratung einer Diätassistentin oder Ernährungsberaterin in Anspruch und lernen Sie, auf gesunde Weise abzunehmen. Von radikalen Diäten ist dringend abzuraten, da Sie anschließend meist wieder schnell zunehmen. Reduzieren Sie lieber langsam, z. B. 1 kg pro Monat.

    Eine gesunde Ernährung hilft, die Entstehung einer dauerhaften Zuckerkrankheit zu verhindern.
    Nutzen Sie diese Chance für sich und ihre Familie! Abwechslungsreiches, fettarmes Essen mit reichlich Gemüse, Salat und Frischobst ist schmackhaft und hält fit und gesund.


    In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und Gesundheit!

    Sabine Auer, Diabetesberaterin DDG,
    Aktualisierung: Dr. med. Brigitte Pawlowski, Deutsches Diabetes-Zentrum Düsseldorf, 10/04

    Dieser Beitrag wurde inhaltlich zuletzt im Oktober 2004 aktualisiert
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