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    Trinken nach Lust und Laune
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    Trinken nach Lust und Laune

    "Bier ist gesund" oder "Wer Wein trinkt, lebt länger" lauten die verheißungsvollen Überschriften in der Boulevardpresse. Aber hat Alkohol tatsächlich positive Eigenschaften? Und wenn ja, wie viel sollte man dann trinken? Die Ernährungsfachleute am Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut in Düsseldorf sind der Sache auf den Grund gegangen.

     

    Wenn man Menschen mit Diabetes Empfehlungen für eine gesunde, diabetesgerechte Ernährung gibt, dann darf auch ein offenes Wort zum Thema Alkohol nicht fehlen. Dabei geht es nicht darum, Alkohol zu verbieten. sondern darum, über dieses Genussmittel zu informieren.

    Alkohol entsteht bei der Vergärung von Zucker aus Obst, Getreide, Reis oder Kartoffeln. Nach seiner Aufnahme gelangt er sehr schnell aus Magen und Darm ins Blut. Schon in geringen Mengen beeinflusst er unseren Körper mit teils erregenden und teils dämpfenden Effekten auf das zentrale Nervensystem sowie auf die Psyche.

    In den letzten 20 Jahren stieg der Alkoholkonsum in Deutschland um mehr als das Vierfache. Bier und Wein führen dabei die lange Liste alkoholischer Getränke an. Wobei Männer, statistisch gesehen, mehr trinken als Frauen. Viele vergessen auch, den Alkohol bei der täglich zugeführten Energie zu berechnen. Dabei nehmen Männer rund sieben und Frauen zirka vier Prozent der Nahrungsenergie in Form von Alkohol zu sich. Konkrete Empfehlungen für die Alkoholmenge bei Diabetes mellitus werden erschwert durch die Tatsache, dass er sowohl ungünstige als auch günstige Effekte haben kann. So erhöht Alkohol in Maßen das "gute", vor Gefäßkrankheiten schützende HDL-Cholesterin.

    Kleine Mengen können auch die Blutgerinnung herabsetzen und damit das Blul flüssiger machen. Bestimmte Substanzen im Wein - der Fachbegriff lautet Antioxidantien - verzögern zudem die Entstehung einer besonders aggressiven Form des "schlechten" LDL Cholesterins. Das ist auch der Grund, weshalb in typischen Weinländern wie Frankreich, Spanien, Portugal und Italien weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten. Aber all diese guten Effekte kommen nur dann zum Tragen, wenn wirklich nur wenig Alkohol getrunken wird.

    Die Gefahren

    Ganz gleich, ob Diabetes vorliegt oder nicht - Alkohol kann eine Menge unerwünschter Effekte haben. Er reduziert in erheblichem Maß die Reaktionsfähigkeit, wirkt als Zell- und Nervengift und kann zur Sucht führen. Zu viel Alkoholgenuss kann auch schädigende Einflüsse auf Blutdruck, Blutfette, Leber und Bauchspeicheldrüse haben.

    Bei einer schweren Neuropathie und in der Schwangerschaft sollte auf jeden Fall auf Alkohol verzichtet werden. Und auch wer einige Pfunde zu viel auf den Rippen hat, sollte mit dem Genussmittel vorsichtig sein. Denn ein Gramm Alkohol enthält mit sieben Kilokalorien fast so viel Energie wie ein Gramm Fett (neun Kilokalorien) und ist oft mit schuld am Übergewicht. Als Durstlöscher ist Alkohol deshalb völlig ungeeignet.

    Alkohol und Unterzuckerung

    Bei einem Diabetes, der mit Insulin oder Tabletten vom Sulfonylharnstofftyp behandelt wird, birgt Alkohol eine weitere Gefahr: Unterzuckerung.

    Alkohol wird über die Leber abgebaut. Das dauert viele Stunden, bei großen Mengen unter Umständen bis zum nächsten Tag. In dieser Zeit blockiert Alkohol die Freisetzung von Traubenzucker aus dem Leberspeicher. Folge: Der Blutzuckerspiegel sinkt, weil er nicht mehr aus der Leber "aufgefüllt" wird. So kann für Diabetiker eine feuchtfröhliche Nacht besonders riskant werden - vor allem, wenn vorher noch starke körperliche Bewegung, zum Beispiel Sport, hinzukam. Besonders gefährlich wird es, wenn durch den Alkoholrausch die Anzeichen einer beginnenden Unterzuckerung nicht bemerkt werden - und das ist meist nachts. Deshalb gilt: Essen Sie zu jedem Alkoholgenuss ein bis zwei Kohlenhydrat-Portionen, die möglichst lange blutzuckerwirksam sind.

    Tipps zum Umgang mit Alkohol bei Diabetes

    • Bedenken Sie den hohen Energiegehalt von Alkohol. Wenn Sie abnehmen wollen, verzichten Sie am besten ganz.
    • Alkohol sollte bei Behandlung mit Sulfonylharnstofftabletten beziehungsweise mit Insulin nie auf "leeren Magen", sondern immer zusammen mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit getrunken werden.
    • Nach Sport oder sonstiger zusätzlicher körperlicher Aktivität sind alkoholische Getränke tabu (stark erhöhte Unterzuckerungsgefahr!).
    • Alkohol verlangsamt Ihr Reaktionsvermögen. Deshalb und wegen erhöhter Unterzuckerungsgefahr kein Alkohol bei Teilnahme am Straßenverkehr !
    • Kontrollieren Sie Ihren Blützucker nach Alkoholgenuss, um mögliche Blutzuckerschwankungen entdecken und rasch reagieren zu können.
    • Vor dem Einschlafen nach Alkoholgenuss sollte der Blutzucker höher liegen als sonst, zum Beispiel 180 statt 120 mg/dl (10,1 statt 6,7 mmol/I).

    Manche alkoholische Getränke wie zum Beispiel Liköre und Süßwein enthalten größere Mengen an Zucker. Bei Diabetes sind sie deshalb ungeeignet, da sie den Blutzucker sehr rasch erhöhen. Dies gilt auch für alkoholfreie Biere. Bei ihnen wurde zwar der Alkohol fast ganz entfernt, dafür enthalten sie mehr Malzzucker und damit wieder ungünstig viel Kohlenhydrate.
    Beim Diätbier wurde zwar der Malzzucker reduziert, der Alkoholgehalt jedoch ist keineswegs geringer als im Normalbier. Es bietet daher keinen entscheiden den Vorteil gegenüber herkömmlichen Bieren. Die Gefahr der Unterzuckerung ist sogar größer!

    Alkoholika: So viel steckt drin

    Getränke Menge Alkohol in g Kohlenhydrate in g Energie in kcal
    Bier Glas (0,3 l)
    Flasche (0,5 l)
    12
    20
    9
    15
    125
    210
    Leichtbier Flasche (0,5 l) 12 10 130
    Alkoholfr. Bier Flasche (0,5 l) 1 28 140
    Diätbier Flasche (0,5 l) 19 5 150
    Wein, trocken Glas (0,125 l)
    Schoppen (0,25 l)
    12
    24
    1
    2
    85
    170
    Apfelwein Glas (0,2 l) 10 6-14 90-130
    Sekt, trocken Glas (0,1 l) 10 1,5 75
    Sherry Glas (5 cl) 8 1 85
    Klarer 38 Vol.% Glas (0 ,2 cl) 6 - 45
    Whisky Glas (0,4 cl) 14 - 100

    Viele Weine sind geeignet

    Das Gleiche gilt für Weine. Bei Genuss kleiner Mengen (ein bis zwei Glas) ist der Kohlenhydratgehalt kein Problem. Mehr sollte es aber nicht werden, wegen des Alkohols. Dabei sind die meisten Weinsorten geeignet. Zwar enthalten die lieblichen Sorten mehr Kohlenhydrate, doch liegen diese bei qualitativ hochwertigen Weinen überwiegend in Form von Fruchtzucker vor, der kaum blutzuckerwirksam ist. In Branntweinen sind da gegen kaum Kohlenhydrate, aber sehr viel Alkohol.

    Wie so häufig, wenn es um gesunde Ernährung geht, gilt: Auf die Menge kommt es an! Ernährungsfachleute empfehlen Frauen, täglich nicht mehr als 10 Gramm, und Männern, nicht mehr als 20 Gramm Alkohol zu trinken. 20 Gramm entsprechen zirka einer Flasche Bier (0,5 Liter) beziehungsweise zwei kleinen Gläsern Wein (pro Glas 0,1 Liter). Es ist also gar kein Problem, zum Fest oder zum Jahreswechsel mit einem Gläschen anzustoßen. Wer Gewichtsprobleme hat, der sollte versuchen, die zusätzlichen Kalorien aus dem Alkohol durch Sparen von Fett auszugleichen.


    Khadija Benamri und Dr. med. Monika Toeller vom Ernährungs-Team des Deutschen Diabetes-Forschungsinstituts an der Universität Düsseldorf

    aus Diabetiker Ratgeber 12/2000

    Erstellt am: 18.03.2003
    Aktualisiert am: 17.12.2004

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