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Vitamin C verringert oxidativen Stress bei Typ 1 Diabetes

(03.12.2008) Verschiedene Untersuchungen in der Vergangenheit haben für Diabetespatienten im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein höheres Maß an oxidativem Stress gezeigt. Ascorbinsäure (= Vitamin C) gehört zu den Substanzen, die antioxidativ wirksam sind. Wissenschaftler aus Großbritannien haben in einer randomisierten, doppelblinden und plazebokontrollierten Pilotstudie untersucht, ob die Einnahme von Vitamin C den oxidativen Stress bei Patienten mit Typ 1 Diabetes verringern kann.

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Vitamine und Spurenelemente sind Mikronährstoffe, die beim Schutz vor oxidativem Stress eine wichtige Rolle spielen. Oxidativer Stress kann die Zellen schädigen und trägt zur vorzeitigen Arteriosklerose der Blutgefäße bei. Gerade die Arteriosklerose führt bei Diabetikern zu gehäuftem Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfall sowie zu einer vorzeitigen Sterblichkeit. Der Körper verfügt über verschiedene Schutzmechanismen, die oxidativem Stress entgegenwirken können. Mikronährstoffe unterstützen den Körper dabei. Ein Beispiel ist das Vitamin C, das als Antioxidanz schädliche, freie Sauerstoffradikale abfängt und so auch dem Prozess der Gefäßarteriosklerose entgegenwirken kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene (Diabetiker und Nicht-Diabetiker) eine Zufuhr von mindestens 100 mg Vitamin C täglich.

Das Team um Gareth Davison vom Exercise Sciences Research Institute, University of Ulster, hat 12 männliche Typ 1 Diabetespatienten und 14 gesunde Kontrollpersonen in die Untersuchung eingeschlossen. Die zwischen 18 und 30 Jahre alten Diabetiker waren Patienten an der Diabetesklinik im Universitätshospital von Wales. Der Blutzuckerlangzeitwert HbA1c lag bei durchschnittlich 7,9 % (Kontrollpersonen: 4,6 %).

Um das Vorliegen von oxidativem Stress zu beurteilen, wurde der Anteil der freien Radikale im Blut bestimmt. Die Studienteilnehmer unterzogen sich mehreren Blutentnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten: während einer Ruhephase, nach einer extremen körperlichen Belastung und vor sowie zwei Stunden nach Einnahme von einem Gramm Ascorbinsäure oder Plazebo (= Scheinpräparat). Es ist bekannt, dass nach einer sehr starken körperlichen Belastung (übermäßiger Sport ohne entsprechende Regeneration) der oxidative Stress im Körper zunimmt. Als Maß für den oxidativen Stress gilt die Veränderung der freien Radikale im Blut, die mit Hilfe moderner technischer Verfahren (ESR-Spektroskopie und Spin-Trap) sichtbar gemacht und gemessen werden können.

Die Ergebnisse: Wie erwartet wiesen die Diabetiker im Vergleich zu ihren gesunden Altersgenossen deutlich höhere Konzentrationen freier Radikale auf (p < 0,05). Infolge der extremen körperlichen Belastung nahm der oxidative Stress bei Diabetikern und Nicht-Diabetikern weiter zu. Nach Gabe von 1 Gramm Ascorbinsäure erhöhte sich der Vitamin C-Spiegel im Blut und der Anteil freier Radikale verringerte sich in beiden Gruppen. Während die Verbesserung im Ruhezustand bei Diabetikern und Nicht-Diabetikern etwa gleich ausgeprägt war, profitierten die Typ 1 Diabetespatienten nach der Belastungssituation deutlich stärker von der Vitamin C-Einnahme (Reduktion freier Radikale: p < 0,05 vs. Kontrollgruppe).

Das FAZIT der Studienautoren:
Die Zufuhr von Vitamin C kann bei Patienten mit Typ 1 Diabetes dazu beitragen, den oxidativen Stress nach einer Belastungssituation zu verringern. In weiteren (größeren) Studien muss nun geprüft werden, inwieweit sich diese Ergebnisse bestätigen lassen und ob hieraus neue Empfehlungen abgeleitet werden können. 


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-Deutschland.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Davison GW, Ashton T, George L et al. Molecular detection of exercise-induced free radicals following ascorbate prophylaxis in type 1 diabetes mellitus: a randomised controlled trial. Diabetologia 2008; 51: 2049-59

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