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Pankreaskarzinom kann sich durch einen Diabetes ankündigen

(18.02.2008) Mit rund drei Prozent aller Krebserkrankungen ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) in Deutschland eine relativ seltene Krebsart. Allerdings gilt das Pankreaskarzinom als besonders gefährlich: Es ist bei Frauen die vierthäufigste und bei Männern die fünfthäufigste Krebstodesursache. Problematisch bei dieser Krebsart ist, dass sie oft lange Zeit keine Symptome macht und daher (zu) spät erkannt wird. Wissenschaftler aus den USA konnten jetzt zeigen, dass dem Krebs häufig eine Diabetesdiagnose vorausgeht.

Das Pankreaskarzinom wird häufig erst spät entdeckt
Das Pankreaskarzinom
wird häufig erst
spät entdeckt

Die Wissenschaftler um Suresh Chari von der Mayo Clinic im US-Bundesstaat Minnesota haben die Krankengeschichte von 736 Patienten mit einem Pankreaskarzinom und von 1.875 gesunden Kontrollpersonen ausgewertet. Ziel war es, die Frage zu klären, ob die Krebspatienten häufiger von einem Diabetes betroffen sind als Personen ohne Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Das Ergebnis: In 40 Prozent aller Fälle hatten die Patienten mit Pankreaskarzinom bereits im Vorfeld eine Diabeteserkrankung entwickelt. Ein Diabetes wurde definitionsgemäß dokumentiert, wenn mindestens ein Blutzuckerwert oberhalb von 126 mg/dl lag oder wenn Diabetesmedikamente eingenommen wurden. Die meisten Diabetesfälle traten Monate bis zu zwei Jahren vor dem Bekanntwerden der Krebserkrankung auf. In der Gruppe der gesunden Vergleichpersonen zeigten im Beobachtungszeitraum „nur“ 19 Prozent Blutzuckerwerte, die im Diabetesbereich lagen.

Anhand der Befunde aus früheren Untersuchungen schließt das Team um Chari weitgehend aus, dass die Diabeteserkrankung das Pankreaskarzinom mit verursacht oder fördert. Vielmehr nehmen die Wissenschaftler umgekehrt an, dass der Diabetes durch den noch nicht erkannten Bauchspeicheldrüsenkrebs ausgelöst wird. Ebenso betonen die Autoren, dass es sich bei einem neu diagnostizierten Diabetes natürlich in den allermeisten Fällen um einen Typ 2 Diabetes und nicht um einen Bauchspeicheldrüsenkrebs-bedingten Diabetes handelt. Nach Schätzungen von Chari liegt „nur“ bei einem von 125 Patienten über 50 Jahre bei der Neudiagnose eines Diabetes tatsächlich ein Pankreaskarzinom vor.

Das Fazit der Studie: Bevor ein Bauchspeicheldrüsenkrebs durch andere Symptome auffällig wird, steigen bei vielen Betroffenen die Blutzuckerwerte in den Diabetesbereich an. Die Wissenschaftler um Chari wollen nun in einem nächsten Schritt versuchen, Biomarker im Blut zu identifizieren, mit denen sich möglicherweise ein Screening-Tool für das gefährliche Pankreaskarzinom entwickeln lässt.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-Deutschland.de.

Quelle: Chari ST, Leibson CL, Rabe KG et al. Pancreatic cancer-associated diabetes mellitus: prevalence and temporal association with diagnosis of cancer. Gastroenterology 2008; 134: 95-101

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