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Metabolisches Syndrom bei Kindern weist auf erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko hin

(10.12.2007) Kinder mit einem Metabolischen Syndrom müssen damit rechen, bereits im frühen Erwachsenenalter eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Dies bestätigen Ergebnisse einer Untersuchung aus den USA, bei der die Krankengeschichte von 771 Personen über mindestens zwei Jahrzehnte verfolgt wurde.

Übergewichtiger Jugendlicher beim FernsehenWissenschaftler um John A. Morrison vom Children's Hospital Medical Center in Cincinnati, Ohio, werteten die Daten von Kindern und Jugendlichen aus, die zwischen 1973 und 1976 an einer großen Studie teilgenommen hatten, der so genannten „National Heart, Lung, and Blood Institute Lipid Research Clinics Princeton Prevalence Study“. Von den zwischen 6 und 19 Jahre alten Teilnehmern lagen die folgenden Werte vor:

  • Blutglukose
  • Triglyzeride
  • HDL-Cholesterin (= sog. „gutes“ oder gefäßschützendes Cholesterin)
  • Körpergewicht und
  • Blutdruck

Waren mindestens drei dieser Werte auffällig verändert – z. B. bei erhöhten Blutglukosespiegeln, zu niedrigem HDL-Cholesterin und Übergewicht – wurde die Diagnose eines Metabolischen Syndroms gestellt. Als Metabolisches Syndrom wird ein Bündel von Gesundheitsrisiken bezeichnet, die eng miteinander verknüpft sind und gemeinsam das Entstehen von Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Zu diesen Risiken gehören vor allem Übergewicht (insbesondere im Bauchbereich), Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und ein gestörter Zuckerstoffwechsel.

Die Auswertungen zeigten, dass bereits 31 der 771 untersuchten Kinder und Jugendlichen unter einem Metabolischen Syndrom litten. Alle Studienteilnehmer wurden nach weiteren 22 bis 31 Jahren im Rahmen der “Princeton Follow-up Study“ (2000-2004) nochmals untersucht. Unter den mittlerweile 30- bis 48-Jährigen wiesen 17 Personen eine Herz-Kkreislauf-Erkrankung auf. Hierunter befanden sich allein 6 junge Erwachsene, bei denen im Kindesalter ein Metabolisches Syndrom festgestellt worden war. Auf alle Studienteilnehmer hochgerechnet bedeuten diese Zahlen, dass sich das Herz-Kreislauf-Risiko um ein Vielfaches erhöhte, wenn bereits in der Kindheit ein Metabolisches Syndrom vorlag.


Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass Gesundheitsstörungen, die auf ein Metabolisches Syndrom hinweisen, auch und vor allem bei Kindern und Jugendlichen bereits sehr ernst genommen werden müssen. Dies betrifft insbesondere das Problem Übergewicht im Kindesalter. Nur durch ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern lassen sich so gefährliche gesundheitliche Folgen wie die frühzeitige Entwicklung von Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeiden oder zumindest aufhalten.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-Deutschland.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Morrison JA, Friedman LA, Gray-McGuire C et al. Metabolic syndrome in childhood predicts adult cardiovascular disease 25 years later: the Princeton Lipid Research Clinics Follow-up Study. Pediatrics 2007; 120 : 340-345

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