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Bluthochdruck verdreifacht das Diabetesrisiko von Frauen

(28.11.2007) Im Vergleich zu Frauen mit normalen Blutdruckwerten haben Hypertonie-Patientinnen ein etwa dreimal so hohes Risiko, in den Folgejahren einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung der bekannten Women's Health Study.


Foto: DAK/Wigger

Wissenschaftler von der Harvard Medical School und der Harvard School of Public Health werteten die Gesundheitsdaten von 38.172 Krankenschwestern in den USA aus, die man im Rahmen einer großen Studie über mehr als 10 Jahre beobachtet hatte. Zu Beginn der Studie waren alle Teilnehmerinnen gesund, das heißt ein Diabetes oder eine Herzkreislauferkrankung lagen zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht vor. Die Frauen wurden entsprechend ihrer Blutdruckwerte (RR) in vier Gruppen eingeteilt:

  • Gruppe 1: Optimale Werte (RR kleiner 120 / 75 mmHg)
  • Gruppe 2: Normale Werte (RR 120-129 / 75-84 mmHg)
  • Gruppe 3: Hochnormale Werte: (RR 130-139 / 85-89 mmHg)
  • Gruppe 4: Bluthochdruck (RR 140 / 90 mmHg und darüber oder bereits Einnahme von Bluthochdruck-Medikamenten)

Nach dem 10-jährigen Beobachtungszeitraum hatten 9,5 Prozent aller Frauen aus der Bluthochdruck-Gruppe (Gruppe 4) einen Typ 2 Diabetes entwickelt. Im Vergleich hierzu waren Teilnehmerinnen aus den anderen Gruppen deutlich seltener betroffen. Die niedrigste Diabetesrate mit „nur“ 1,4 Prozent zeigten die Frauen mit optimalen Blutdruckwerten zu Studienbeginn (Gruppe 1). Die Diabetesraten in Gruppe 2 und 3 betrugen 2,9 und 5,7 Prozent.

In einem nächsten Schritt rechneten die Wissenschaftler andere mögliche Einflussfaktoren für das Diabetesrisiko heraus (z. B. Alter, Body Mass Index, familiäre Diabetesbelastung, körperliche Aktivität, Rauchen und Alkoholkonsum). Auch diese „bereinigten“ Ergebnisse bestätigten den engen Zusammenhang zwischen erhöhten Blutdruckwerten und dem Risiko für einen zukünftigen Typ 2 Diabetes: Insgesamt entwickelten Hypertonie-Patientinnen etwa dreimal häufiger eine Typ 2 Diabeteserkrankung als Frauen mit optimalen Blutdruckwerten.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-Deutschland.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Conen D, Ridker PM, Mora S et al. Blood pressure and risk of developing type 2 diabetes mellitus: The Women's Health Study. Eur Heart J 2007, doi:10.1093/eurheartj/ehm400

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