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Postprandiale Hyperglykämie: ausgeprägter bei gestörter nächtlicher Blutdruckabsenkung

(16.07.2007) Stark überhöhte Blutzuckerspiegel nach dem Essen finden sich besonders häufig bei Typ 2 Diabetikern, bei denen auch die nächtliche Blutdruckabsenkung gestört ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Universitätsklinik Dresden.


DAK/Wigger

Der Blutdruck unterliegt natürlichen tageszeitlichen Schwankungen: In der Nacht sinken die Werte bei gesunden Menschen normalerweise um mehr als 10 Prozent ab. Personen, bei denen der Blutdruck nachts gar nicht oder nur wenig abfällt, werden als so genannte „Non-Dipper“ bezeichnet. „Non-Dipper“ haben ein deutlich höheres Risiko für Herzkreislaufereignisse als z. B. Personen, die zwar auch einen Bluthochdruck aufweisen, bei denen die nächtliche Blutdruckabsenkung aber noch normal funktioniert. Bei bestimmten Risikogruppen wird das Non-Dipping besonders häufig beobachtet, hierzu zählen auch Diabetiker. Warum Störungen bei der nächtlichen Blutdruckabsenkung auftreten, ist bisher noch nicht vollständig geklärt. Unter anderem werden erhöhte Noradrenalin- und Dopaminspiegel sowie eine erhöhte nächtliche Herzfrequenz mit einem erhöhten Sympathikotonus für das Non-Dipping verantwortlich gemacht. Bei nicht-diabetischen Patienten mit Non-Dipping hat man auch Hinweise auf eine Fehlfunktion der insulinherstellenden Betazellen gefunden, das heißt hier könnte die gestörte nächtliche Blutdruckregulation der Diabetesmanifestation vorausgehen.

Wissenschaftler der Universitätsklinik Dresden haben bei 107 Typ 2 Diabetikern untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen einem Non-Dipping und den postprandialen Blutzuckerspiegeln (= BZ nach dem Essen) oder dem Nüchtern-BZ gibt. Das Team um Frank Pistrosch führte bei allen Patienten 24-Stunden-Blutdruckmessungen durch. Gleichzeitig wurden Blutglukoseprofile angefertigt: Der Blutzucker wurde vor dem Frühstück, 2 Stunden nach dem Frühstück, vor dem Mittagessen, 2 Stunden nach dem Mittagessen, vor dem Abendbrot, 2 Stunden nach dem Abendbrot, um 22.00 Uhr abends, um Mitternacht und noch einmal um 3.00 Uhr nachts gemessen.

Die Ergebnisse: Bei fast dreiviertel der Typ 2 Diabetiker fand die nächtliche Blutdruckabsenkung nur unzureichend statt. Innerhalb dieser Gruppe der Non-Dipper fiel auf, dass die Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten (= postprandialer BZ) deutlich stärker überhöht waren als bei Patienten mit normaler nächtlicher Blutruckabsenkung (Non-Dipper vs. Dipper: 59.5 +/- 29 vs. 40.7 +/- 33 mmol h/l). Die Unterschiede bei den durchschnittlichen Nüchtern-Glukosewerten und dem Langzeitblutzuckerwert HbA1c waren hingegen nicht signifikant (56.6 +/- 49 vs. 54.1 +/- 44 mmol h/l bzw. 8.8% +/- 1.9% vs. 8.2% +/- 1.8%). Welche praktischen Konsequenzen diese Beobachtung möglicherweise hat, muss jetzt in weiteren Untersuchungen geklärt werden.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Pistrosch F, Reissmann E, Wildbrett J et al. Relationship between diurnal blood pressure variation and diurnal blood glucose levels in type 2 diabetic patients. Am J Hypertens 2007; 20: 541-545

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