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Diabetische Kardiomyopathie beginnt früh

(13.07.2007) Der Diabetes mellitus kann nicht „nur“ Erkrankungen der Herzkranzgefäße fördern, sondern auch die Herzmuskulatur selber schädigen: In Fachkreisen spricht man von einer diabetischen Kardiomyopathie („Erkrankung des Herzmuskels“). Wissenschaftler haben im Tierversuch herausgefunden, dass erste Veränderungen in dieser Richtung bereits frühzeitig nach Manifestation eines Diabetes mellitus aufreten.

Die diabetische Kardiomyopathie ist eine Herzmuskelerkrankung, die mit verschiedenen histologisch nachweisbaren Veränderungen im Muskelgewebe von Diabetiker-Herzen einhergeht. Die Veränderungen beeinträchtigen die Pumpfunktion der Herzens und können irgendwann in eine Herzschwäche – unter Umständen mit Todesfolge – münden. Über die Hintergründe, warum und wie genau sich eine diabetische Kardiomyopathie entwickelt, ist bisher allerdings nur wenig bekannt.

Wissenschaftler um Xianlin Han sind bei ihrer Ursachenforschung zur diabetischen Kardiomyopathie jetzt möglicherweise einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Die Forscher spritzten Mäusen eine Substanz, die innerhalb kürzester Zeit die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse schädigt und so eine Diabeteserkrankung auslöst. Mit Hilfe einer neuen technologischen Untersuchungsmethode („Shotgun Lipidomics“) analysierten Han und sein Team die genaue Lipidzusammensetzung im Herzmuskelgewebe der Mäuse.

Bei ihren Nachforschungen fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Herzen der diabetischen Mäuse große Mengen an Cardiolipin verlieren. Das Phopholipid Cardiolipin ist ein wichtiger Bestandteil der Herzmuskulatur. Es trägt unter anderem dazu bei, dass ausreichend Energie für die Pumpfunktion des Herzens zur Verfügung steht. Den Verlust an Cardiolipin beobachtete das Studienteam schon am 5. Tag, nachdem die Diabeteserkrankung bei den Mäusen ausgelöst worden war.

Han und seine Kollegen schließen aus den Ergebnissen, dass sich eine Kardiomyopathie bereits in einem sehr frühen Diabetes-Stadium entwickeln kann. Die Veränderungen beim Cardiolipin treten hierbei deutlich eher auf als andere Kardiomyopathie-typische Zeichen, wie die Einlagerung schädlicher Fettdepots in die Herzmuskulatur. Für die Zukunft wäre es denkbar, dass sich Cardiolipin irgendwann als Marker für die frühzeitige Diagnostik einer diabetischen Kardiomyopathie einsetzen lässt.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Han X, Yang J, Yang K et al. Alterations in myocardial cardiolipin content and composition occur at the very earliest stages of diabetes: a shotgun lipidomics study. Biochemistry 2007; 46: 6417-28

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