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Risikofaktoren für Schlaganfall bei Typ 2 Diabetikern entdeckt

(20.06.2007) Ein Diabetes-Spezialist, der pro Jahr ca. 2000 Typ 2 Diabetiker behandelt, muss mit rund 15 Schlaganfällen bei diesen Patienten rechnen. Besonders gefährdet sind die Diabetiker mit höherem Alter und mit Schlaganfällen in ihrer medizinischen Vorgeschichte. Dies fand eine italienische Forschergruppe heraus, die speziell Typ 2 Diabetiker auf ihr Schlaganfallrisiko hin untersuchte.

Bereits vorangegangene Studien hatten den Typ 2 Diabetes als Risikofaktor für zerebrovaskuläre Erkrankungen identifiziert. Bisher gab es allerdings nur wenige Studien, die die Diabetiker selbst auf ihr Schlaganfallrisiko hin untersuchten.

Die Forschergruppe um Dr. Carlo Bruno Giorda, aus dem piemontesischen Chieri, schlossen rund 14.000 Typ 2 Diabetiker im Alter 40 bis 97 Jahren in ihre Studie ein. Zu den Patienten, die bereits kardio- oder cerebrovaskuläre Erkrankungen hatten, wurden bewusst auch die Diabetiker aufgenommen, bei denen noch keine Herzkreislauferkrankungen bekannt waren.

In einem Beobachtungszeitraum von 4 Jahren konnten 296 Schlaganfälle dokumentiert werden. In der Diabetikergruppe mit kardiovaskuläre Vorgeschichte konnten bei den Männern 13,7 und bei den Frauen 10,8 Schlaganfälle pro 1000 Personenjahre beobachtet werden, während die entsprechenden Raten bei den primär Herzkreislaufgesunden mit 5,5 (Männer) und 6,3 (Frauen) wesentlich geringer ausfielen.
Laut der italienischen Studie, die in der Aprilausgabe des Fachmagazins Stroke veröffentlicht wurde, verdoppelt sich das Risiko für Schlaganfälle mit jeder weiteren Lebensdekade in beiden Geschlechtern (Männer 1,94-fach, Frauen 2,25-fach).

Neben den bereits seit langem bekannten „klassischen“ Risikofaktoren Rauchen und erhöhte Cholesterinspiegel identifizierten die Forscher für die unterschiedlichen Gruppen von Diabetikern noch weitere Risikofaktoren. So wurde das Risiko für einen Schlaganfall bei den Männern ohne vorher bekannte Herzkreislauferkrankungen durch hohe HbA1c-Werte und Rauchen verstärkt. Bei den Männern mit bereits bekannten Herzkreislauferkrankungen konnten andere Risikofaktoren, wie z.B. Insulinpflichtigkeit plus orale Antidiabetika, therapiepflichtige hohe Cholesterinspiegel und niedrige HDL-Cholesterinspiegel identifiziert werden. Bei den Frauen stellten sich mikrovaskuläre Komplikationen des Diabetes als wichtige Risikofaktoren heraus.

Dr. Anja Neufang-Sahr, Deutsche Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: CB Giorda, et al: incidence and Risk Factors for Stroke in Typ 2 Diabetic Patients: The DAI Study, Stroke 2007; 38; 1154-1160

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