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Stent-Implantation erfolgreicher bei guter BZ-Kontrolle

(11.12.2006) Bei einer Verengung bzw. einem ausgeprägten Atherosklerose-Schaden in einem Herzkranzgefäß kann ein sogenannter Stent helfen: Eine Gefäßstütze aus Metall, die während einer Herzkatheter-Untersuchung eingesetzt wird und nach Aufdehnung des Gefäßlumens die Gefäßwand mechanisch stabilisiert. Der Stent fixiert Kalk-Fragmente im Gefäß und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes, indem er die Oberfläche des Gefäßinnenraums glättet. Außerdem verhindert er, dass sich das Gefäß nach einer Aufdehnung wieder zusammenzieht.


Foto: DAK

Ein häufiges Problem beim Stent ist die Restenose. Damit ist die Wiederverengung im Gefäß durch Narbengewebe und ein weiteres Voranschreiten der Atherosklerose gemeint. Besonders betroffen sind Patienten mit einem Typ 2 Diabetes: Hier ist das Risiko für eine Restenose allein in den ersten 6 Monaten nach einer Stent-Implantation etwa doppelt so hoch im Vergleich zu Nicht-Diabetikern.

Auf der diesjährigen Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Kardiologie (American Heart Association AHA) im November wurden neue Daten vorgestellt, nach denen unter anderem auch die Güte der Blutzuckereinstellung einen Einfluss auf das Restenose-Risiko hat. Ein Studienteam um Matthew C. Becker von der Cleveland Clinic in Ohio, USA, hat 128 Diabetespatienten mit Stent untersucht. Bei allen Patienten war zuvor im Rahmen einer Angiographie (Röntgenuntersuchung der Gefäße) festgestellt worden, dass sich der Gefäßabschnitt mit dem Stent wieder stark verengt hatte, Das heißt, es lag eine Restenose vor. Die Verengung wurde als Restenose eingestuft, wenn mehr als 50 Prozent des Gefäßlumens erneut verschlossen waren. Die Ergebnisse verglichen die Wissenschaftler mit den Befunden einer Kontrollgruppe von 127 Diabetikern, die ebenfalls einen Stent erhalten hatten, bei denen aber keine Restenose vorlag.

Die Auswertung aller Daten ergab, dass bei Diabetikern mit Restenose der Blutzuckerlangzeitwert HbA1c deutlich seltener gut eingestellt war als bei Patienten ohne Wiederverengung des Gefäßlumens: Von den Restenose-Patienten hatten nur 25 Prozent einen HbA1c-Wert kleiner als 7,0%, verglichen mit 43 Prozent in der Kontrollgruppe (p = 0,026). Außerdem zeigten die betroffenen Restenose-Patienten häufiger einen Bluthochdruck (94% vs. 78%; p = 0,002) und erhöhte Spiegel bei Messung des hochsensitiven C-reaktiven Proteins (hs-CRP) (58% vs. 41%; p = 0,021). Mit anderen Worten: Eine gute Blutzuckereinstellung (HbA1c < 7,0%), normnahe Blutdruckwerte und eine fehlende Erhöhung von Entzündungsmarkern scheint die Herz-Kreislauf-Prognose nach einer Stent-Implantation beim Diabetiker deutlich zu verbessern.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Becker MC, Zimbwa P, Chen SY, et al. Intensive Glycemic Control Reduces In-Stent Restenosis in Diabetic Patients Presenting With Acute Coronary Syndrome or Symptomatic Angina. Presented at American Heart Association Scientific Sessions 2006, Abstract 1956

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