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Migräne-Patienten sind häufig insulinresistent

(14.10.2005) Verschiedene Untersuchungen aus der Vergangenheit legen einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Migräne-Attacken und Gefäßerkrankungen nahe. So finden sich zum Beispiel Bluthochdruck und Schlaganfall bei Migräne-Patienten überdurchschnittlich häufig. Bisher war allerdings unklar, warum beide Krankheitsbilder Migräne und Gefäßerkrankung so oft zusammen auftreten. Italienische Wissenschaftler haben vor kurzem einen möglichen Erklärungsansatz für dieses Phänomen gefunden: Die Insulinresistenz.


Menschen, die unter Migräne
leiden, sind häufig
gleichzeitig von einer
Insulinresistenz betroffen

Insulinresistenz bedeutet, dass die Empfindlichkeit der Körpergewebe auf das Hormon Insulin (= Insulinsensitivität) herabgesetzt ist: Das lebenswichtige Hormon kann seine vielfältigen Wirkungen im Körper nicht mehr richtig entfalten. Unter anderem hat dies Auswirkungen auf den Zuckerstoffwechsel und kann dazu führen, dass sich ein Typ 2 Diabetes ausbildet.

Insulinresistenz spielt aber nicht nur eine wichtige Rolle bei der Erkrankung Typ 2 Diabetes: Die herabgesetzte Insulinempfindlichkeit ist eng mit einer Reihe von Risikofaktoren für Erkrankungen an Herz und Gefäßen verknüpft. So findet sich eine Insulinresistenz zum Beispiel häufig bei Menschen mit Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und bauchbetontem Übergewicht. Verschiedene Studien der letzten Jahre bestätigen, dass eine herabgesetzte Insulinsensitivität (= Insulinresistenz) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall fördert.

Ein Studienteam um Dr. Innocenzo Rainero vom Kopfschmerzzentrum der Universität Turin, Italien, hat 30 junge, normalgewichtige Patienten mit Migräne untersucht und mit einer Kontrollgruppe (gesunde Personen der gleichen Altersgruppe) verglichen. Bei keinem der Migräne-Patienten war zum Zeitpunkt der Untersuchung ein Diabetes oder ein Bluthochdruck bekannt. Alle Teilnehmer unterzogen sich einem Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranz-Test, oGTT), in dem der Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität untersucht wurden.

Das Ergebnis: Im Vergleich zur Kontrollgruppe waren die Zuckerwerte bei den Migräne-Patienten nach der Glukosebelastung (90, 120 und 180 Minuten) deutlich höher. Ebenso hatte die Migräne-Gruppe im Durchschnitt sehr viel schlechtere Werte bei der Insulinsensitivität: Die Insulinresistenz war hier deutlich ausgeprägter.


Menschen, die unter Migräne leiden, sind häufig gleichzeitig von einer Insulinresistenz betroffen. Letztere spielt nicht nur beim Typ 2 Diabetes, sondern auch bei der Entstehung und dem Voranschreiten von Gefäßerkrankungen eine bedeutende Rolle. Möglicherweise ist Insulinresistenz damit ein Bindeglied zwischen Migräne und dem beobachteten erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko der Betroffenen.


Einer Insulinresistenz kann man durch regelmäßige (!) körperliche Aktivität entgegenwirken: Bereits 20-30 Minuten täglich zügiges Spazierengehen wirken sich positiv aus.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Rainero I, Limone P, Ferrero M et al. Insulin sensitivity in patients with migraine. Cephalgia 2005; 25: 593-597

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