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Frauen mit einem Typ 2 Diabetes sind höheren Risiken ausgesetzt

(28.09.2006) Unter makrovaskulären Erkrankungen versteht man solche, die die großen Blutgefäße des Körpers betreffen. Darunter fällt zum Beispiel die Arteriosklerose (Arterienverkalkung), die in ihrem weiteren Verlauf zu Durchblutungsstörungen, Angina pectoris („Herzenge“), Herzinfarkten sowie Schlaganfällen führen kann.

Herzinfarkt durch Arteriosklerose

In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob Frauen mit einem Typ 2 Diabetes und einer Mikroalbuminurie (Eiweissausscheidung im Urin in bestimmten Konzentrationsbereichen) ein höheres makrovaskuläres Erkrankungsrisiko als Männer aufweisen. Untersucht wurden 46 Männer und 21 Frauen mit einem Typ 2 Diabetes innerhalb eines Zeitraumes von 5 Jahren. Bei sämtlichen Diabetikern lag der Blutdruck im Normbereich, jedoch wiesen alle eine Mikroalbuminurie auf. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Frauen mit einem Typ 2 Diabetes ein mehr als dreifaches Risiko für Herzkreislauferkrankungen entwickelten als Männer mit einem Typ 2 Diabetes. Das Risiko stieg um das 6,4-fache an, wenn weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Alter, Nikotinmissbrauch, erhöhte Blutfettwerte und der Body Mass Index berücksichtigt wurden. Bei einer zusätzlichen Berücksichtigung der diabetischen Retinopathie (diabetische Netzhauterkrankung des Auges) stieg das Risiko sogar um das 8,23-fache an.

Dies bedeutet, dass die Ausbildung des Risikos für Herzkreislauferkrankungen auch davon abhängt, ob es sich um Frauen oder Männer handelt. Der Grund für das erhöhte Risiko bei Frauen im Vergleich zu Männern liegt nicht in den unterschiedlich hohen Risiken für Herzkreislauferkrankungen oder gar der Schwere der Nierenerkrankung (diabetische Nephropathie) oder am Vorhandensein der diabetischen Retinopathie.

Es sind weitere Studien vonnöten, um das vergleichsweise hohe Risiko für Herzkreislauferkrankungen bei diabetischen Frauen zu erforschen.


Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:
Zandbergen et al. Normotensive Women With Type 2 Diabetes and Microalbuminuria Are at High Risk for Macrovascular Disease. Diabetes Care 2006;29:1851-1855.

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