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Adiponektin als Risikomarker für den Herzinfarkt

(14.08.2006) Eine niedrige Konzentration des Hormons Adiponektin im Blut zeigt starke Verkalkung der Herzkranzgefäße an. Je geringer die Menge des Hormons Adiponektin in Blut herzkranker Patienten ist, desto stärker ist die Schädigung der Herzkranzgefäße fortgeschritten. Dies berichten Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.


Heidelberger Wissenschaftler
vermuten einen Schutzeffekt
auf Herzkranzgefäße durch
das Fettgewebshormon
Adiponektin

Adiponektin wird in Fettzellen gebildet; niedrige Blutspiegel gehen auch mit einem erhöhten Risiko für Diabetes einher. Die Heidelberger Wissenschaftler Maximilian von Eynatten und Jochen Schneider untersuchten, ob die Konzentration von Adiponektin im Blut mit den arteriosklerotisch veränderten Gefäßen im Röntgenbild übereinstimmt und erkannten einen eindeutigen Zusammenhang: Mit Hilfe des Adiponektin kann die Diagnose von Arteriosklerose verfeinert werden. Die Arbeit aus der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg ist im Journal of the American College of Cardiology erschienen.

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 60.000 Menschen an akutem Herzinfarkt. Die Ursache dafür ist häufig eine koronare Herzkrankheit: Die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels ist durch verkalkte Ablagerungen in den Koronargefäßen eingeschränkt. Bei komplettem Gefäßverschluss kommt es zum Herzinfarkt. Risikofaktoren sind neben familiärer Belastung und zunehmendem Alter hohe Bluttfette, Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes. Die koronare Herzkrankheit wird durch ein spezielles Röntgenverfahren (Koronarangiographie) festgestellt, bei dem über einen Herzkatheter Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße injiziert werden, um diese auf dem Röntgenbild sichtbar zu machen.

Hormon übt vermutlich Schutzeffekt auf die Herzkranzgefässe aus

Die Heidelberger Wissenschaftler werteten die Daten von 247 Patienten zwischen 31 und 83 Jahren aus, die sich aufgrund von Herzproblemen einer Koronarangiographie unterziehen mussten. Es zeigte sich, dass die Adiponektinspiegel jeweils dem Schweregrad der Erkrankung entsprachen. "Je weniger Adiponektin, desto stärker die Verkalkung und umso höher das Risiko für einen Herzinfarkt, " fasst Dr. von Eynatten seine Ergebnisse zusammen. "Wir vermuten deshalb, dass Adiponektin einen Schutzeffekt auf die Herzkranzgefäße ausübt."

Die Bestimmung des Adiponektinspiegels kann allerdings eine Katheterangiographie nicht ersetzen, sondern sichert nur die Entscheidung über die weitere Diagnostik und Behandlung ab. Möglicherweise bietet das Hormon auch einen Ansatzpunkt für die Entwicklung einer Behandlung zum Schutz des Herzmuskels.

Quellen: von Eynatten M, Schneider J G, Humpert P M et al. Serum Adiponectin Levels Are an Independent Predictor of the Extent of Coronary Artery Disease in Men. JACC 2006; Vol. 47 Nr. 10 : 2118-29

Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg

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