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Taille und Triglyzeride helfen bei Kindern Metabolisches Syndrom-Risiko zu bestimmen

(03.01.2006) Schätzungen zufolge entwickeln mittlerweile etwa ein Viertel aller Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens ein Metabolisches Syndrom. Dabei handelt es sich um ein Bündel von ernst zu nehmenden Gesundheitsrisiken, zu denen Übergewicht (vor allem im Bauchbereich), Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und ein gestörter Zuckerstoffwechsel gehören. In vielen Fällen mündet das Metabolische Syndrom in eine Typ 2 Diabeteserkrankung. Daneben besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen mit bedrohlichen Folgen wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall.


Foto: DAK/Wigger

Häufig sind bereits Jugendliche und junge Erwachsene von dem Metabolischen Syndrom betroffen. Dies hängt unter anderem auch damit zusammen, dass die Rate übergewichtiger Kinder in den westlichen Industrienationen immer weiter zunimmt. In einer kürzlich veröffentlichten Studie haben Kinderärzte um Dr. John Morrison von der Universität in Cincinatti, USA, herausgefunden, dass bei Kindern vor allem die beiden folgenden Faktoren über das Risiko für ein späteres Metabolisches Syndrom Aufschluss geben: Der Taillenumfang und die Triglyzeridwerte.

Morrison und sein Kollegen beobachteten fast 1.200 neun- und zehnjährige Mädchen über einen Zeitraum von zirka zehn Jahren. Bei Studienende betrug das Alter der jungen Teilnehmerinnen entsprechend 18 bzw. 19 Jahre. Zu Beginn der Untersuchung und nach der zehnjährigen Beobachtungszeit wurden bei allen Kindern die Werte für Nüchtern-Insulin, Blutglukose, Blutfette, Blutdruck, Körpergröße, Gewicht und Taillenumfang gemessen. Bei Studienbeginn war nur bei 0,2 Prozent der neun- bis zehnjährigen Mädchen ein Metabolisches Syndrom nachweisbar , sprich es lagen drei oder mehr der o. g. Risikofaktoren vor. Im Alter von 19 bzw. 20 Jahren wiesen hingegen bereits 3 Prozent der Kinder ein Metabolisches Syndrom auf.

Nach Durchführung verschiedener (Multivariat-) Analysen kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass vor allem der beim Kind gemessene Taillenumfang und die Triglyzeridwerte in einem engen Zusammenhang mit dem Risiko für ein späteres Metabolisches Syndrom stehen: Mit jedem Zentimeter Zunahme beim Taillenumfang erhöhte sich die Krankheitswahrscheinlichkeit um 7,4 Prozent. Pro Anstieg des Triglyzeridwertes um 1 mg/dl nahm die Wahrscheinlichkeit für ein Metabolisches Syndrom um 1,3 Prozent zu.

FAZIT: Der Taillenumfang als Maß für Übergewicht im Bauchbereich und die Höhe der Triglyzeridwerte geben beim heranwachsenden Kind Hinweise darauf, wie ausgeprägt die Gefährdung für ein späteres Metabolisches Syndrom ist und damit auch das Risiko, bereits in jüngeren Jahren einen Typ 2 Diabetes mit all seinen bedrohlichen Folgen zu entwickeln. Darüber hinaus macht die Studie aber auch deutlich, wie wichtig es ist, schon im Kindesalter einem übermäßigen Fettansatz konsequent entgegenzuwirken.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Morrison JA, Aronson-Friedman L, Harlan WR et al. Development of the metabolic syndrome in black and white adolescent girls: A longitudinal assessment. Pediatrics 116 (2005) 1178-1182

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