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Gibt es Augenerkrankungen, die sich auf ähnliche Weise bemerkbar machen? - Differentialdiagnosen

Auge

Veränderungen der Lidform oder der Lidspalte können angeboren sein oder krankhafte Ursachen haben. Eine Entzündung der Lider (Blepharitis) oder ein "Hagelkorn" (Chalazion) können durch bakterielle oder virale Infektionen oder eine noch unbekannte Diabeteserkrankung ausgelöst werden. Schwellung und Rötung der Augenlider treten außerdem bei allergischen Reaktionen auf. Gelegentlich sind auch Tumore der Lidhaut zu beobachten.

An der Hornhaut können grundsätzlich angeborene Fehlbildungen (z.b. Keratokonus), Entzündungen viraler (Herpes corneae) oder bakterieller Art (Keratitis), Pilzinfektionen (Keratomykose) oder die Alterstrübung der Hornhaut (Arcus seniles ) beobachtet werden. Aufgrund der häufig geschwächten Abwehrlage treten bei Diabetikern gelegentlich Infektionen der Hornhaut auf. Bei Augenverletzungen ist die Hornhaut häufig mitbetroffen. Die bei Diabetikern gelegentlich vorkommende Trübung der Augenlinse (diabetischer Katarakt) geht mit zunehmendem Blendungsgefühl und allmählicher Abnahme der Sehschärfe einher. Die Iris kann durch Verletzungen, Entzündungen im Rahmen rheumatischer Erkrankungen oder Tumoren (Aderhautmelanom) in ihrer Funktion beeinträchtigt sein. Im Rahmen des Diabetes mellitus treten Blutgefäßneubildungen an der Iris (Rubeosis iridis) auf, die zu einer Überproduktion an Kammerwasser führen und damit ein sekundäres Glaukom hervorrufen können. Die Rubeosis iridis ist eine häufige Ursache für Erblindungen bei Diabetikern.

Der Lichteinfall auf die Netzhaut wird über Vergrößerung und Verkleinerung der Pupille reguliert. Die Verkleinerung der Pupille (Miosis) wird durch parasympathische Nervenfasern aus dem Ganglion ciliare hervorgerufen. Die Vergrößerung der Pupille (Mydriasis) erfolgt durch sympathische Nervenfasern aus dem paravertebralen Grenzstrang. Zu Funktionsstörungen der Pupille kann es im Rahmen mechanischer oder neurologischer Schäden kommen. Nicht nur im Rahmen eines Diabetes mellitus treten Schädigungen der, für die Pupillenfunktion verantwortlichen sympathischen und parasympathischen, Nerven auf. Auch Schlaganfälle, Verletzung und Vernarbung, oder Erkrankungen des Gehirns (Tumoren, Entzündungen) können durch Schädigung der entsprechenden zentralen Nervenkerne zu Funktionsstörungen der Pupille führen.

Die Netzhaut kann, als zentrales Organ für die Umwandlung von Lichtreizen in nervale Impulse, durch Blutgefäßveränderungen, (Arteriosklerose, Hypertonie, Arterielle und venöse Gefäßverschlüsse) etwa im Rahmen eines Diabetes mellitus, geschädigt werden. Weitere Ursachen für Erkrankungen der Netzhaut mit Verlust des Sehvermögens sind Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitiden), die Einnahme bestimmter Medikamente (Chloroquin,) oder Tumoren (Retinoblastom). Je nachdem welche Areale betroffen und wie stark die Schädigung ausgeprägt ist, unterscheiden sich die Beeinträchtigungen des Sehvermögens stark voneinander.

Schädigungen des Sehnerven selbst (N. Opticus) treten im Rahmen entzündlicher Erkrankungen (Neuritis nervi optici, Encephalitis disseminata) von Vergiftungen, Durchblutungsstörungen oder Tumoren auf.

Anja Neufang-Sahr, Prof. Dr. med. Werner Scherbaum, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf

Dieser Beitrag wurde inhaltlich zuletzt im Juni 2001 aktualisiert

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