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Männer mit Diabetes erkranken häufiger an Darmkrebs als Nicht-Diabetiker

(29.08.2005) Der Dickdarm-Mastdarm-Krebs (Kolorektal-Karzinom) gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen in den westlichen Ländern. Jeder Zwanzigste in Deutschland erkrankt in seinem Leben an einem Darm-Karzinom. Die genauen Ursachen sind noch ungeklärt. Allerdings ist bekannt, dass diese Krebsart familiär gehäuft auftritt. Außerdem haben Lebens- und Ernährungsgewohnheiten einen entscheidenden Einfluss auf das Darmkrebs-Risiko. Faktoren, die diese Krebsart begünstigen, sind unter anderem viel tierische Fette, wenig Ballaststoffe, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkoholkonsum.


Anatomie der Bauchhöhle

In den meisten Fällen tritt der Darmkrebs jenseits des 50. Lebensjahres auf, in Einzelfällen auch früher. Verschiedene Untersuchungen aus der Vergangenheit zeigen, dass Menschen mit einer Diabeteserkrankung häufiger von Darmkrebs betroffen sind als gleichaltrige Personen ohne Diabetes.

Eine schwedische Forschergruppe um Susanna C. Larsson vom Karolinska Institut in Stockholm hat vor kurzem aktuelle Zahlen zum Thema Dickdarm- und Mastdarm-Krebs bei Diabetikern im Vergleich zu Nicht-Diabetikern veröffentlicht. Hierfür beobachteten die Wissenschaftler 45.550 Männer über einen Zeitraum von durchschnittlich 6 Jahren. Das Alter der Teilnehmer lag zu Beginn der Untersuchung zwischen 45 und 79 Jahre. Während der 6-jährigen Beobachtungsphase entwickelten 411 Männer einen Kolorektal-Krebs. In 45 Prozent der Fälle trat der Krebs im Bereich des Mastdarms auf (Rektumkarzinom), etwa 28 Prozent waren in den oberen und 27 Prozent in den unteren Abschnitten des Dickdarms (proximales und distales Kolonkarzinom) lokalisiert.

Nach dem Herausrechnen anderer Faktoren, die ebenfalls die Entstehung von Darmkrebs begünstigen, kamen die schwedischen Forscher zu folgendem Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, an einem Dickdarm- oder Mastdarm-Krebs zu erkranken, ist bei Männern mit Diabetes um fast 50 Prozent höher als bei gleichaltrigen Nicht-Diabetikern. Damit bestätigt auch diese große Studie mit mehr als 45.000 Personen, dass sich das Risiko für Darmkrebs bei Vorliegen einer Diabeteserkrankung deutlich erhöht.

Darmkrebs gehört zu jenen Krebsarten, bei denen es wirksame Methoden zur Früherkennung gibt. Dazu gehören das Austasten des Enddarms (hierbei lassen sich allerdings nur Veränderungen nahe am Darmausgang feststellen), der Test auf okkultes – d. h. mit dem Auge nicht sichtbares – Blut im Stuhl und die Darmspiegelung, bei der größere Darmabschnitte beurteilt werden können. Wenn der Tumor oder besser noch die Vorstufen (Polypen) rechtzeitig (!) entdeckt und abgetragen werden, sind die Heilungschancen bei dieser Krebsart im allgemeinen gut.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Larsson SC, Giovannucci E, Wolk A. Diabetes and colorectal cancer incidence in the cohort of Swedish men. Diabetes Care 2005; 28: 1805-1807

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