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Bei der Höhe der Cholesterinwerte spielen auch die Gene eine Rolle

(31.08.2005) Erhöhte LDL-Cholesterinspiegel sind ein bedeutender Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen und ihre Folgen wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall. Es ist wissenschaftlich breit belegt, dass der persönliche Lebensstil (Ernährungsgewohnheiten, körperliche Aktivität) einen erheblichen Einfluss auf das Gewicht und die Fettwerte und hierbei auch auf das LDL-Cholesterin hat. Darüber hinaus gibt es jedoch Hinweise, dass die genetische Veranlagung – das heißt die Erbinformation – ebenfalls das Gewicht und die Höhe der LDL-Cholesterinspiegel mit bestimmt.


Neben dem Lebensstil hat
auch die genetische
Veranlagung einen Einfluss
darauf, wie der
Cholesterinspiegel auf die
Zufuhr von Nahrungsfetten
reagiert

Viele kennen das folgende Szenario aus ihrer eigenen Erfahrung: Während man selber peinlichst genau seine Ernährung überwachen muss, kann der/die Bekannte scheinbar essen, was er/sie will, ohne seine Fettwerte deutlich zu verschlechtern oder großartig zuzunehmen.

Wissenschaftler aus Oakland, Kalifornien haben unter Sportlern (Läufer) 28 Männer rekrutiert, die einen eineiigen Zwillingsbruder hatten. Die Voraussetzung für die Studienteilnahme war, dass das Geschwister – ganz im Gegensatz zum sportlichen Bruder – bewegungsarm lebte. Die 28 Zwillingspaare unterzogen sich für jeweils 6 Wochen abwechselnd einer fettreduzierten und einer fettreichen Ernährung. Fettreduziert bedeutete in diesem Fall, dass nur 20 Prozent der aufgenommenen Kalorien aus Nahrungsfetten stammten, während der Fettanteil bei der fettreichen Diät 40 Prozent betrug. Im Verlauf der Diätphasen wurde bei den Zwillingspaaren in regelmäßigen Abständen der LDL-Cholesterinspiegel im Blut kontrolliert.

Die Auswertung der Daten nach Beendigung der beiden 6-wöchigen Diätphasen zeigte folgendes Ergebnis: Trotz der erheblichen Unterschiede im Bewegungsverhalten reagierten die jeweiligen Zwillingsgeschwister sehr ähnlich auf die Ernährungsumstellung und den unterschiedlichen Fettgehalt in der Nahrung: Nahm zum Beispiel der Cholesterinspiegel während der fettreichen Ernährungsphase deutlich zu, galt das gleiche für das Zwillingsgeschwister. Blieb hingegen der Cholesterinspiegel unverändert, traf dies in den meisten Fällen auch für den Zwillingsbruder zu (Korrelationskoeffizient: 0,7).

Nicht nur der Lebensstil ist für die Höhe der Cholesterinwerte verantwortlich. Auch die individuelle genetische Veranlagung hat einen Einfluss darauf, wie der Cholesterinspiegel auf die Zufuhr von Nahrungsfetten reagiert. Welche Gene an der Steuerung dieser Prozesse im einzelnen beteiligt sind, ist bisher noch nicht vollständig geklärt.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Williams PT, Blanche PJ, Rawlings R et al. Concordant lipoprotein and weight responses to dietary fat change in identical twins with divergent exercise levels. Am J Clin Nutr 2005; 82: 181-187

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