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Erhöhte Blutfettwerte sind ein Risiko für diabetische Netzhauterkrankungen

(18.03.2005) Hierzulande ist die diabetische Netzhauterkrankung (Retinopathie) die häufigste Ursache für Erblindungen im Erwachsenenalter. Pro Jahr verlieren etwa 6000 Diabetiker durch diese Erkrankung ihr Augenlicht. Netzhauterkrankungen können sowohl bei Typ 1 als auch bei Typ 2 Diabetikern auftreten.

Foto des Augenhintergrunds: proliferative diabetische Retinopathie
Foto des Augenhintergrunds:
proliferative diabetische
Retinopathie
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen zu krankhaften Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen der Netzhaut (Retina). Die Sehzellen der Netzhaut können bei Gefäßschädigung nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Eine Art der diabetischen Netzhauterkrankung ist die sogenannte diabetische Makulopathie. Bei einem Makulaödem ist die sogenannte Makula, der Ort des schärfsten Sehens geschädigt. Durch eine verschlechterte Durchblutung und Wassereinlagerungen (Ödeme) können die Sehzellen an dieser Stelle absterben.

Hauptrisikofaktoren sind anhaltend hohe Blutzuckerwerte (Hyperglykämie), Bluthochdruck, Diabetesdauer, hormonelle Umstellungen in Pubertät und Schwangerschaft, Rauchen sowie hohe Blutfettwerte. Eine straffe Blutzuckereinstellung konnte zwar effektiv das Auftreten sowie das Fortschreiten der diabetischen Netzhauterkrankung reduzieren, jedoch speziell bei der Makulopathie keine signifikante Besserung erzielt werden. Somit müssen auch andere Faktoren, welche diese Erkrankung begünstigen, untersucht werden.

Ziel der Forscher war es, herauszufinden, ob erhöhte Blutfettwerte mit dem Auftreten einer Makulopathie assoziiert sind.

Bei insgesamt 1441 Typ 1 Diabetikern im Alter von 13-39 Jahren wurden die Blutfettwerte in einem Zeitraum von 6 Jahren gemessen.

Es wurde festgestellt, dass erhöhte Blutfettwerte mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, an einer Makulopathie unter Ausbildung eines Makulaödems zu erkranken. Es wird empfohlen, erhöhte Blutfettwerte medikamentös zu behandeln, da auf diese Weise nicht nur das Risiko an einem Makulaödem zu erkranken, sondern auch die Risiken für Herzkreislauferkrankungen wesentlich gesenkt werden.


Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:
Miljanovic et al.: A Prospective Study of Serum Lipids and Risk of Diabetic Macular Edema in Type 1 Diabetes. Diabetes 53: 2883-2892, 2004

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