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Typ 1 Diabetes: Bluthochdruck häufiger als vermutet

(16.03.2005) Bluthochdruck und Diabetes gelten als wesentliche Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen mit Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Mit jedem Anstieg um 20/10 mmHg verdoppelt sich ab einem Blutdruck von 115/75 mmHg das Risiko für ein Herzkreislauf-Ereignis. Und schätzungsweise 35-75 Prozent aller Diabetes-Komplikationen sind auf einen gleichzeitig bestehenden Bluthochdruck zurückzuführen. Zur Bluthochdruck-Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung und bei Typ 2 Diabetespatienten liegen verschiedene Untersuchungen vor. Für die Gruppe der Typ 1 Diabetiker gibt es zu diesem Thema allerdings bisher nur wenig aktuelle Daten.

Blutdruckmessung

Eine Studiengruppe aus Colorado, USA, hat in einem repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt die Bluthochdruck-Häufigkeit bei Erwachsenen mit Typ 1 Diabetes im Vergleich zu nicht-diabetischen Personen untersucht. An der Erhebung nahmen 1.416 Menschen zwischen 19 und 56 Jahren teil. Hiervon waren insgesamt 652 Personen von einer Typ 1 Diabeteserkrankung betroffen (Durchschnittsalter der Diabetiker: 37 Jahre). Bei den restlichen 764 Studienteilnehmern handelte es sich um Nicht-Diabetiker (Durchschnittsalter: 39 Jahre), die als Kontrollgruppe dienten.

Ein hoher Prozentsatz – nämlich 43 Prozent der untersuchten Typ 1 Diabetiker – wiesen gleichzeitig eine Bluthochdruckerkrankung (= Hypertonie) auf. Damit waren sie deutlich häufiger betroffen als die nicht-diabetische Kontrollgruppe mit „nur“ 15 Prozent Hypertonie-Patienten. Während die meisten Typ 1 Diabetiker (87 Prozent) bereits therapiert wurden, befanden sich weniger als die Hälfte der betroffenen Nicht-Diabetiker (47 Prozent) wegen ihres Bluthochdrucks in ärztlicher Behandlung. Entsprechend war der Bluthochdruck in der Diabetikergruppe im Durchschnitt auch besser eingestellt. Trotzdem erreichten nur 42 Prozent aller Typ 1 Diabetespatienten mit Hypertonie den Blutdruck-Zielwert von 130/80 mmHg.

Die Häufigkeit von Bluthochdruck bei Typ 1 Diabetikern wird sicherlich nach wie vor deutlich unterschätzt. Die vorliegende Untersuchung zeigt anhand US-amerikanischer Daten, dass Typ 1 Diabetespatienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung fast dreimal öfter von einer Hypertonie betroffen sind. Die Verhältnisse in Europa dürften ähnlich sein. Ein zukünftiges Ziel liegt darin, das Auftreten eines Bluthochdrucks bei Typ 1 Diabetikern möglichst frühzeitig zu erfassen und die therapeutischen Bemühungen hier weiter zu intensivieren.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutsche Diabetes-Klinik

Quelle:
Maahs DM, Kinney GL, Wadwa P et al. Hypertension Prevalence, Awareness Treatment, and Control in an Adult Type 1 Diabetes Population and a Comparable General Population. Diabetes Care 2005; 28: 301-306

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