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Mehr Bewegung – weniger Diabetes

(16.02.2005) Mangelnde körperliche Aktivität in unserem Arbeits- und Freizeitleben ist ein noch immer stiefmütterlich behandeltes Problem. Umgekehrt werden die günstigen Effekte von mehr Bewegung im Alltag oft deutlich unterschätzt. Finnische Wissenschaftler haben vor kurzem in einer großen Studie geprüft, in welchem Ausmaß die körperliche Freizeitaktivität das Typ 2 Diabetesrisiko von übergewichtigen Personen beeinflusst.


Foto: AOK-Bundesverband

An der Untersuchung nahmen 487 Diabetes-gefährdete Männer und Frauen im Alter zwischen 40 und 65 Jahren teil. Die Diabetes-Gefährdung wurde durch einen so genannten Zuckerbelastungstest (oGTT = oraler Glukosetoleranztest) festgestellt. Die Beobachtungsdauer betrug im Mittel etwas mehr als vier Jahre. Während dieser Zeit machten die Studienteilnehmer in regelmäßigen Abständen anhand von Fragebögen detaillierte Angaben zu Art, Dauer und Häufigkeit von Freizeitaktivitäten in den jeweils vorangegangenen Monaten.

Während der Beobachtungszeit entwickelten 107 der insgesamt 487 Teilnehmer einen manifesten Typ 2 Diabetes mellitus. Beim Vergleich mit der durchschnittlichen Bewegungsintensität im Freizeitalltag zeigte sich deutlich, dass Personen, die kaum körperlich aktiv waren, auffällig häufig an einem manifesten Typ 2 Diabetes erkrankt waren. Im Vergleich zu den übergewichtigen Männern und Frauen mit geringer Bewegungsintensität (unteres Drittel) hatten Teilnehmer mit hoher Bewegungsintensität (oberes Drittel) ein um 80 Prozent geringeres Diabetes-Risiko. Personen, die zu Beginn der Studie in ihrer Freizeit körperlich sehr „träge“ waren, aber ihre Bewegungsintensität während des Beobachtungszeitraumes gesteigert hatten, profitierten ebenfalls von der aktiveren Lebensweise: Auch hier gab es deutlich weniger Diabetes-Fälle.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl umfangreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, die übereinstimmend zu folgendem Ergebnis kommen: Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, hat ein deutlich geringeres Risiko für Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Welche Art der körperlichen Freizeitaktivität gewählt wird, ist dabei von untergeordneter Bedeutung und kann den individuellen Neigungen und Vorlieben angepasst werden. Positive Effekte lassen sich langfristig allerdings nur durch regelmäßige (!) körperliche Bewegung erreichen. Optimal sind zum Beispiel 30 Minuten zügiges Spazierengehen an mindestens fünf Tagen in der Woche.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutsche Diabetes-Klinik

Quelle:
Laaksonen DE, Lindström J, Lakka TA et al. Physical Activity in the Prevention of Type 2 Diabetes (The Finnish Diabetes Prevention Study). Diabetes 2005; 54: 158-165

 

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