Startseite » Behandeln » Behandlung der Folgeerkrankungen » Nierenerkrankungen
Anfang der Hauptseite

DEMAND-Programm: Typ 2 Diabetiker profitieren von früher Therapie mit Irbesartan

(02.06.2004) Das DEMAND-Programm unterstreicht die Notwendigkeit, frühzeitig an die Diabeteskomplikation Nephropathie (Nierenschädigung) zu denken, die die Lebensqualität und Lebenserwartung stark einschränken kann.

Im Fokus von DEMAND stand die in ihrer Bedeutung noch immer vielfach unterschätzte Mikroalbuminurie (Anm.d.Red.: Gering vermehrte Ausscheidung des Eiweißes Albumin im Urin). Der Nachweis von Eiweiß im Urin gilt jedoch inzwischen als sicherer Indikator für eine Schädigung nicht nur der Nieren, sondern des gesamten Gefäßsystems. Ein frühzeitiges Screening (Reihenuntersuchung) ist heute wichtiger denn je. Denn durch Einsatz von ACE-Hemmern oder AT1 Blockern wie Irbesartan besteht eine gute Chance, das Fortschreiten der Gefäßveränderungen aufzuhalten.

Um die Defizite bei der Versorgung von Typ2Diabetikern zu verringern, ist 2003 die weltweite Kampagne DEMAND (Developing Education an Microalbuminuria for Awareness of Renal and Cardiovascular Risk in Diabetes) durchgeführt worden. Ins Leben gerufen wurde diese Aktion von

  • der International Diabetes Federation (IDF) als Vertretung der Patienten,
  • der International Society of Nephrology (ISN) als Repräsentant der Ärzte und Wissenschaftler und
  • den Unternehmen Bristol Myers Squibb und Sanofi Synthelabo.

Ziel der Kampagne war, bei Ärzten und Patienten das Bewusstsein für die Bedeutung der Mikroalbuminurie zu schärfen

Insgesamt wurden 32.204 Patienten in 34 Ländern weltweit in das Projekt eingeschlossen. Den größten Anteil stellte Europa mit 11.210 Patienten (Deutschland 2.555). Die Vorgehensweise war recht einfach: Praxen, die Typ 2 Diabetiker betreuten, wurde ein Testkit (MicroalbustixT[TM]) zur Verfügung gestellt, mit dem sie am Screeningtag bei maximal fünf Patienten im Alter zwischen 18 und 80 Jahren den Urin auf eine Mikroalbuminurie untersuchen konnten. Zusätzlich musste ein einseitiger Erhebungsbogen zu den demographischen, anamnestischen und therapeutischen Fakten ausgefüllt werden. Ausschlusskriterien waren Schwangerschaft, Menstruation und akutes Fieber (Anm. d. Red.: Dadurch kann die Albuminausscheidung im Urin erhöht sein, ohne dass dies als Nierenschädigung zu werten ist)

DEMAND-Programm

Im Mittel war die gescreente Population 61,4 (in Deutschland 65,1) Jahre alt und litt seit 7,9 (in Deutschland 8,8) Jahren an einem Typ 2 Diabetes. Die Blutzuckereinstellung war relativ gut mit HbA1c Werten kleiner als 6,5% in 43,7% (in Deutschland 55,8%) bzw. kleiner als 7,5% in 69,8% (in Deutschland 82,6%) der Fälle. Bei 61,6% (in Deutschland 73,3 %) der Patienten bestand seit durchschnittlich 9 (in Deutschland 10) Jahren ein Bluthochdruck und 72,2% (in Deutschland 84,6%) nahmen mindestens ein wirksames Medikament gegen Bluthochdruck ein. Trotzdem ergab die Blutdruckmessung am Stichtag bei 67,3% bzw. 63,5% der Studienteilnehmer einen systolischen Wert größer als 130mmHg bzw. diastolischen Wert größer als 80mmHg. In Deutschland war der Anteil der Patienten mit Überschreitung der Zielwerte noch höher (78,3 und 71,9%).

Das entscheidende Ergebnis von DEMAND war, dass nur unauffällig Befund war- unabhängig von Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit. Selbst in den Kollektiven mit relativ kurzer Diabetesdauer (bis vier Jahre) oder guter Blutzuckereinstellung (HbA1c < 6,5%) wurde in etwa einem Drittel der Fälle eine Mikroalbuminurie aufgedeckt. Erstaunlicherweise waren Patienten mit und ohne bekannten Bluthochdruck fast gleichermaßen betroffen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, bei jedem Typ 2 Diabetiker auch bei unauffälligem Risikoprofil frühzeitig einen Mikroalbuminurie Test durchzuführen.


Auszüge aus der Beilage „Der Internist“, Band 45, Heft 2, Februar 2004 zur Kampagne DEMAND (Developing Education an Microalbuminuria for Awareness of Renal and Cardiovascular Risk in Diabetes)

Bericht: Gabriele Blaeser-Kiel, Hamburg

Ende der Hauptseite


Diabetes-Deutschland.de
Ein Projekt des Bundesministeriums für Gesundheit. (1999 - 2008)