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Internationale Gesellschaft für Nephrologie fordert Albuminurietests in der Vorsorge

(06.12.2004) Frühe Erkennung und Therapie von geringfügigen Nierenschäden reduziert die Fälle von Nierenversagen, Herzversagen und Diabetes.

Urinbecher

Anlässlich einer Pressekonferenz am 15. November in Den Haag, an der auch der niederländische Gesundheitsminister Prof. Kingma teilnahm, forderte die Internationale Gesellschaft für Nephrologie die weltweiten Gesundheitsministerien auf, proaktives Albuminurie-Screening in die Vorsorgekataloge zu implementieren. Das würde ein frühzeitiges Erkennen von Nierenschäden ermöglichen, was wichtig wäre, da eine frühzeitige Behandlung das Fortschreiten des Nierenfunktionsverlustes aufhalten kann. Durch eine solche Früherkennung könne die Zahl der Patienten, die an Nierenversagen, Herzversagen oder auch an Diabetes leiden erheblich reduziert werden - und damit auch die daraus resultierenden Kosten für die Gesundheitssysteme.

Die Kosten für Nierenversagen, kardiologische Erkrankungen und Diabetes belasten die Gesundheitsbudgets erheblich. Weltweit leiden mehr als 60 Millionen Menschen an chronischen Nierenerkrankungen. Eine Folge davon ist eine relativ hohe Sterberate aufgrund kardiovaskulärer Erkrankungen, eine weitere Folge ist das Nierenversagen, welches eine Ersatztherapie (Dialyse oder Transplantation) erforderlich macht. Weltweit leben 1,5 Millionen Menschen mit Hilfe der Dialyse oder Transplantation. Diese Zahl wird sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln - so die Schätzungen. Damit würden weltweit Behandlungskosten von mehr als 1 Trillion Euro anfallen.

Umso dringlicher empfiehlt Prof. Jan J. Weening, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Nephrologie, die Früherkennung durch den Albuminurietest, der ein effizienter Marker für Nierenschädigungen sei. Besonders wichtig sei, dass Hochrisikopatienten (Diabetes oder Hochdruckpatienten) regelmäßig getestet werden. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass umgekehrt der erhöhte Albuminuriewert nicht nur ein Marker für Nierenschädigungen ist, sondern auch auf Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes hinweisen kann.

Der Albuminurietest ist daher eine sinnvolle Früherkennungsmaßnahme. Integriert in die Vorsorgekataloge können durch ihn langfristig Kosten, die das Gesundheitssystem erheblich belasten, vermieden werden.

Dieser Empfehlung der Internationalen Gesellschaft schließt sich die Gesellschaft für Nephrologie an. Pressesprecher Prof. Jan Galle plädiert, die Vorsorge von Nierenerkrankungen ernst zu nehmen und den Albuminurietest auch bei Patienten, die bis dahin noch nicht als Risikopatienten identifiziert waren, in den jährlichen "Jahrescheck" zu integrieren.


Bettina Albers, AVISO medienarbeit, Pressemitteilung der Gesellschaft für Nephrologie e.V. (GfN)

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)

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