Startseite » Behandeln » Behandlung der Folgeerkrankungen » Makroangiopathie
Anfang der Hauptseite

Gute Blutzuckereinstellung wirkt sich auch positiv auf Herz und Gefäße aus

(25.07.2005) Es ist bekannt, dass Menschen mit Diabetes sehr viel häufiger und früher unter Erkrankungen an Herz und Gefäßen und Herz leiden als Personen ohne Diabetes. Dies gilt nicht nur für Typ 2 Diabetiker, sondern auch für Menschen, die unter einem Typ 1 Diabetes leiden. Bisher ist nicht endgültig geklärt, inwieweit eine Absenkung erhöhter Blutzuckerwerte auch das Herzkreislauf-Risiko bei Menschen mit einem Typ 1 Diabetes verringert.


Eine konsequente, normnahe
Blutzuckereinstellung kann das
Risiko für Folgekomplikationen
des Diabetes deutlich reduzieren

Jetzt gibt es gute Nachrichten für die Betroffenen: Wer auf eine möglichst optimale Blutzuckereinstellung achtet – und dies von Beginn der Erkrankung an – kann sein Herz-Kreislaufrisiko um bis zu 50 Prozent reduzieren, das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall sogar um bis zu 57 Prozent. Diese Ergebnisse wurden vor kurzem auf der 65. wissenschaftlichen Jahrestagung der American Diabetes Association in San Diego, USA, vorgestellt.

Grundlage der Ergebnisse war eine Studie, an der 1.375 Freiwillige mit einer bekannten Typ 1 Diabeteserkrankung seit 1983 teilgenommen hatten (Follow up des Diabetes Control and Complication Trial, DCCT). Die damals zwischen 13- und 39-jährigen Patienten wurden entweder „normal“ versorgt (1-2 Insulininjektionen pro Tag) oder erhielten eine sogenannte intensivierte Behandlung. Bei Letzterer war die Zahl der täglich durchgeführten Blutzuckerkontrollen höher und es wurde auch öfter Insulin gespritzt (mindestens 3 Insulininjektionen pro Tag oder eine Insulinpumpe; Ziel war es, möglichst nahe an einen HbA1c-Wert von 6,0% oder weniger heranzukommen). Die Studien-Auswertung nach etwa 6,5 Jahren hatte damals belegen können, dass eine konsequente, normnahe Blutzuckereinstellung das Risiko für Folgekomplikationen an Auge, Niere oder Nervenschäden deutlich reduziert.

Nach mehr als 10-jähriger Beobachtung zeigen die neuen Daten nun darüber hinaus, dass in der Gruppe mit der intensivierten Therapie (und entsprechend guter Blutzuckereinstellung über einen langen Zeitraum) auch die Rate der Herzkreislauf-Erkrankungen deutlich geringer ausfiel. Typ 1 Diabetiker, die ihren Blutzucker langfristig gut im Griff hatten, waren deutlich weniger gefährdet, frühzeitig Ereignisse wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Ähnliche Ergebnisse sind auch für Menschen mit einer Typ 2 Diabeteserkrankung zu erwarten, wobei hier das Herzkreislauf-Risiko durch Insulinresistenz, Bluthochdruck oder/und eine Fettstoffwechselstörung meist noch deutlich ausgeprägter ist.

Wer als Diabetiker von Anfang an auf eine möglichst gute Blutzuckereinstellung achtet, hat die Nase auch in punkto Herz-Kreislaufgesundheit deutlich vorn.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: 65. Scientific Session of the American Diabetes Association, 10.-14. Juni 2005

Ende der Hauptseite


Diabetes-Deutschland.de
Ein Projekt des Bundesministeriums für Gesundheit. (1999 - 2008)