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Wie wirkt Aspirin®? - Medikamenteninformation

Atheriosklerose

Acetyl-Salicyl-Säure (ASS) entfaltet seine Wirkung an den Blutplättchen (Thrombozyten). Diese Blutzellen stellen die Erste-Hilfe-Truppe der Blutgerinnung dar. Die Thrombozyten heften sich, wenn ein Blutgefäß verletzt ist, als erste vor das Loch in der Gefäßwand (Aggregation). Es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus), das die Wunde verschließt und durch zusätzliche Blutfaktoren verfestigt wird. Dieses Blutgerinnsel wird innerhalb der nächsten Tage durch Bindegewebe ersetzt und von bestimmten Stoffen des Blutes wieder aufgelöst (Fibrinolyse).

Der Prozess der Blutgerinnung tritt im Körper nicht nur dann auf, wenn ein Blutgefäß verletzt wird. Es besteht vielmehr ein Gleichgewicht im Blut zwischen sich ständig bildenden kleinsten Thromben auf der einen Seite und der Auflösung dieser Thromben auf der anderen Seite. Durch ASS wird dieses Gleichgewicht zugunsten der auflösenden Seite verschoben. ASS verhindert, daß die Blutplättchen miteinander verkleben. Es bilden sich weniger Thromben und das Blut wird "dünner". Die dadurch verbesserten Fließeigenschaften des Blutes macht man sich in der Therapie der Durchblutungsstörungen zunutze.

Sind die Blutplättchen einmal mit ASS in Kontakt gekommen, haben sie ihre "klebende" Eigenschaft für mehrere Tage verloren. Für den Körper entsteht dadurch ein erhöhtes Blutungsrisiko. Erst durch die Bildung neuer Blutplättchen kann der Körper die Fähigkeit Blutungen im normalen Maße zu stillen wiedergewinnen. Aus diesem Grund sollte ASS vor geplanten Operationen abgesetzt werden.

ASS hat noch eine zusätzliche Wirkung, die aber erst bei sehr viel höheren Dosierungen (500 mg) eintritt. Es unterdrückt die Produktion der Prostaglandine. Diese Botenstoffe sind an der Entstehung Schmerzen und Entzündungsreaktionen im Körpers beteiligt. Durch die Hemmung der Produktion der Prostaglandine wirkt ASS entzündungshemmend und schmerzstillend. Wie jedes Medikament, das eine Wirkung im Körper hat, kann es auch Nebenwirkungen haben. ASS ist eine Säure und kann die Magenschleimhaut angreifen. Magenschleimhautentzündugen, Blutungen der Magen- oder Darmschleimhaut oder Magengeschwüre sind die Folge. Bei Verletzungen mit stark blutenden Wunden, kann es durch die herabgesetzte Gerinnungseigenschaft des Blutes zu stärkeren Blutverlusten kommen.

Durch seine Eigenschaften eignet sich ASS hervorragend zur Durchblutungsförderung bzw. zur Vorbeugung einer Blutgerinnselbildung (Thromboseprophylaxe) innerhalb des arteriellen Systems. Seine Fähigkeit die Gerinnungseigenschaften des Blutes zu reduzieren sichern ihm einen Platz in der Vorbeugung und Therapie von Durchblutungsstörungen und Blutgefäßverschlüssen am Herzen und im Gehirn. In geringen Dosierungen zwischen 100 bis 300 mg ist das Blutungsrisiko für den Patienten relativ gering. Bei einem akuten Myokardinfarkt sollte ASS so früh wie möglich nach Beginn des Ereignisses verabreicht werden. Um seine schmerzstillende, und entzündungshemmende Wirkung entfalten zu können sind höhere Dosierungen von 500 bis 1000 mg nötig. Diese werden in der Therapie von chronischen Entzündungen (z.B. rheumatische Gelenkbeschwerden) eingesetzt.

Liegt ein Magen- oder Darmgeschwür vor, besteht eine Schwangerschaft oder sind Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergische Reaktion auf ASS) oder Nierenfunktionsstörung bekannt, sollte ASS auf gar keinen Fall genommen werden.

Anja Neufang-Sahr, Prof. Dr. med.Werner Scherbaum, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf

Dieser Beitrag wurde inhaltlich zuletzt im Januar 2003 aktualisiert

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