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Wie und warum entstehen Schäden an den Blutgefäßen? - Ursachen, Entstehung

Bei den Schädigungen von Blutgefäßen im Rahmen eines Diabetes mellitus müssen zwei unterschiedliche Erkrankungen betrachtet werden. Man unterscheidet die Makroangiopathie als Erkrankung der großen Blutgefäße an Beinen, Herzkranzarterien und Hirngefäßen von der Mikroangiopathie kleiner Blutgefäße an Nieren, den Netzhäuten der Augen und dem Herzmuskel (small vessel disease).

Herzinfarkt durch Arteriosklerose

Die Entwicklung der Makroangiopathie gleicht der Artherosklerose. Erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyzeridämie, Hyperlipoproteinämie) und erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie) führen zur Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden. Diese Plaques führen zu Verengung (Stenosierung) und geben Anlass zur Verstopfung (Thrombosierung) der Blutgefäße. Sie bewirken eine Versteifung der Gefäßwände, können einreissen damit die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) und Gefäßwandaussackungen (Aneurismen) begünstigen.

Bei der Entstehung der Mikroangiopathie sind noch viele Fragen offen. In jedem Organ des Körpers gibt es ein Netz aus Haargefäßen (Kapillarnetz). Die Wand der Kapillaren besteht aus einer semipermeablen Membran, über die der Gas-, Flüssigkeits- und Stoffaustausch stattfindet. Diese Membran (Basilarmembran) verdickt sich im Rahmen eines Diabetes mellitus, durch Ablagerung von Eiweißsubstanzen. Die Dicke der Basilarmembranen ist stark von der Dauer des Diabetes und der Qualität der Stoffwechsel- und Blutdruckeinstellung abhängig. Bei der diabetischen Netzhauterkrankung des Auges (Retinopathie) scheint zusätzlich ein von Blutgefäßen produzierter Wachstumsfaktor eine Rolle zu spielen, welcher die Neubildung von Blutgefäßen anregt.

Prinzipiell ist kein Kapillargebiet im Körper von den krankhaften Veränderungen ausgespart. An den klinischen Folgen gemessen spielen die Kapillargebiete an den Netzhäuten der Augen und in den Nieren im Rahmen der diabetischen Mikroangiopathie allerdings eine besondere Rolle.

Anja Neufang-Sahr, Prof. Dr. med.Werner Scherbaum, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf

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