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Schlafapnoe, häufig übersehen und völlig unterschätzt

Die übersehene Ursache für Bluthochdruck!

Erholsamer Schlaf ist eine Grundvoraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Die Auswirkungen von Schlafstörungen werden dagegen vielfach unterschätzt. Dazu zählen Leistungsminderungen, Unfälle, chronische körperliche und psychische Erkrankungen. Behandlungsbedürftige Schlafstörungen sind mit mehr als 10%Betroffenen in der Bevölkerung eine recht häufig anzutreffende Erkrankung. Schlafstörungen können in mehr als 80 verschiedenen Formen auftreten und sind somit kein einheitliches Krankheitsbild.

Tag des  Schlafes 2003

Einige dieser Schlafstörungen sind mit Einschränkungen der Leistung und Lebensqualität verbunden. Die Folge:Durch Tagesmüdigkeit sind die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit erheblich eingeschränkt. Die Betroffenen ahnen nicht, dass eine schlafbezogene Atmungsstörung die Wurzel allen Übels ist. Die sogenannte Schlaf-Apnoe, die mit wie derkehrenden Atemstillständen einhergeht, wird häufig nicht nur von den Betroffenen, sondern auch von behandelnden Ärzten übersehen und das kann fatale Folgen haben.

Neben der Einschränkung der Leistungsfähigkeit am Tage, die an sich schon Anlass zur Sorge sein sollte (7 fach erhöhte Wahrscheinlichkeit für übermüdungsbedingte Unfälle!), erfordern vor allem die Langzeitfolgen eine genaue Diagnostik
und angemessene Behandlung dieser Erkrankung.

Zu den Langzeitfolgen der Schlafapnoe gehört Bluthochdruck und das unabhängig von anderen mitverursachenden Erkrankungen. Patienten mit Schlafapnoe haben ein 10 fach erhöhtes Risiko für Hypertonie, die unbehandelt zum Schlaganfall oder Herzinfarkt führen kann. Neuere internationale Studien zeigten, dass bei über 50 %der Schlaganfallpatienten eine Schlafapnoe vorliegt.

Dabei ist die Behandlung der Schlafapnoe ist relativ einfach und bei rechtzeitiger Diagnose und fachgerechter Behandlung lässt sich der "leise Killer "Bluthochdruck wieder eher auf Normalwerte einstellen und somit das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt senken. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse ist die Forderung, bei Bluthochdruck die Möglichkeit einer Schlaf-Apnoe zu berücksichtigen, leicht zu verstehen.

Diese Anregung kann durchaus im Sinne einer klassischen Präventivmaßnahme verstanden werden, da sie nicht nur die Entstehung einer Schlafstörung, sondern auch die gravierenden Folgeerkrankungen im Visier hat. Der Hinweis auf vorsorgende Strategien im Hinblick auf gestörtem Schlaf und die Hervorhebung der Bedeutung des gesunden Schlafes sind die Konzepte, welche auch mit dem diesjährigen "Tag des Schlafes" verfolgt werden sollen.

In den bisherigen Veranstaltungen wurden auf Themen wie: Konsequenzen gestörten Schlafs für unsere Leistungsgesellschaft, Müdigkeit am Steuer, Schlaf und Lernen bis zur erfolgreichen Einführung einer "Schlafschule" hingewiesen.


Prof. Dr. med. Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Psychiatrischen Klinik der Universität Regensburg zum Tag des Schlafes am 21. Juni 2003.

Weitere Informationen finden Sie unter www.tag-des-schlafes.de

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