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    Fördern Glitazone die Entwicklung einer Herzinsuffizienz?
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    Fördern Glitazone die Entwicklung einer Herzinsuffizienz?

    (07.05.2004) Im Bereich der Medizin werden zur Beantwortung wichtiger Fragen sogenannte prospektive Studien durchgeführt, bei denen Probanden zufallsmäßig in eine Behandlungs- beziehungsweise eine Kontrollgruppe aufgeteilt werden. Grund dafür, ist das Bestreben, möglichst zwei einheitliche Gruppen zur Verfügung zu haben, um den Einfluss von Medikamenten oder anderen Behandlungen zu untersuchen. Bislang galt dieses Verfahren als einzig wissenschaftlich akzeptiertes Verfahren.

    Im Jahr 2000 gab es in der angesehenen Zeitschrift „The New England Journal“ zwei Metaanalysen - das sind Großanalysen vieler Studien zu einer Fragestellung. Die über 230 Arbeiten der Metaanalysen zeigten, dass auch Beobachtungsstudien für medizinisch wissenschaftliche Fragestellungen herangezogen werden können. Bei Beobachtungsstudien werden bereits dokumentierte Datensätze von zumeist sehr großen Studiengruppen analysiert.

    Die zuvor erwähnte Metaanalyse ergab, dass es zwischen gut durchgeführten Beobachtungsstudien und prospektiven Studien keine wesentlichen Unterschiede in den Ergebnissen ergibt. Vorteil dieses Vorgehens ist, dass man hier auch Daten aus der allgemeinen Praxis nutzt, so dass die Nachteile von prospektiven Studien, die eine spezielle sehr engagierte Patientengruppe auswählen oder diese sehr intensiv betreuen, nicht vorhanden sind.

    Im November 2003 ist in einer angesehenen medizinischen Fachzeitschrift (Diabetes Care) eine Studie erschienen, die mit einer Datenbankanalyse eine wichtige medizinische Frage aus dem Bereich der Diabetologie analysiert hat.

    Im Beipackzettel der Glitazone, einer neuen Stoffgruppe zur Behandlung des Typ 2 Diabetes, wird als Kontraindikation bereits eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) der Stufe I genannt. Diese Einschränkung wurde aufgrund von Beobachtungen aus Zulassungsstudien aufgenommen, bei denen aufgefallen war, dass es bei der Einnahme dieser Medikamente zu einer vermehrten Wassereinlagerung kommt.

    Diese Frage wird aktuell in großen prospektiven Studien analysiert. Die Autoren der Diabetes Care Arbeit haben jedoch versucht, anhand einer Datenbankanalyse von Patienten mit Typ 2 Diabetes diese wichtige Frage näher zu beleuchten. Aufgrund der unterschiedlichen Gesundheitsstrukturen gibt es in den U.S.A. im Rahmen von Gesundheitsplänen große Datenbanken, in denen alle Daten und Untersuchungsergebnisse sowie Laborwerte von Patienten aufgelistet sind.

    Für die Analyse hat man die Daten von insgesamt 5.441 Personen verwendet, bei denen die Diagnose Diabetes und die Verordnung eines Glitazons dokumentiert war. Für jede Person, die mit Glitazon behandelt war, hat man aus der Datenbank fünf an Diabetes erkrankte Personen als Kontrollgruppe definiert, die sich in der Dauer der Diabetesbehandlung bis zum Zeitpunkt der Glitazontherapie nicht unterschieden.

    Aus beiden Gruppen wurden jedoch alle Personen ausgeschlossen, bei denen bereits zuvor eine Herzschwäche diagnostiziert worden war beziehungsweise die mit Medikamenten gegen eine Herzinsuffizienz (Digoxin oder Diuretika) behandelt wurden.

    Diese beiden Gruppen mit oder ohne Glitazonbehandlung unterschieden sich insofern, dass die Patienten in der Glitazongruppe im Durchschnitt etwas jünger waren und vermehrt Vor- beziehungsweise Begleiterkrankungen wie koronare Herzerkrankung oder Diabeteskomplikationen aufwiesen. Bei der Analyse der Entwicklung einer Herzinsuffizienz zeigte sich, dass Patienten, die mit Glitazon behandelt wurden, ein circa 1,7fach höheres Risiko hatten, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken als Patienten in der Kontrollgruppe. Dabei konnte kein Zusammenhang mit der Dosis der Glitazonbehandlung nachgewiesen werden.

    Als Ursache wurden von den Autoren frühere Ergebnisse diskutiert, nach denen Glitazone die Durchlässigkeit der inneren Gefäßschicht (Endothelschicht) verstärken, und es so möglicherweise zum Übertritt von Flüssigkeit aus dem Gefäßinneren nach Außen ins Gewebe kommt.

    Kommentar:
    In der Fachöffentlichkeit wird diese Studie sehr kontrovers diskutiert, da bei nicht randomisierten (zufallsverteilten) und nicht kontrollierten Studien weitere Einflussfaktoren nicht sicher ausgeschlossen werden können. Insofern können diese Daten nicht dazu genutzt werden, dass vor der Einnahme von Glitazonpräparaten generell gewarnt werden sollte. Jedoch sollten die Kontraindikationen - so wie im Beipackzettel beschrieben -sehr aufmerksam beachtet werden und beim Verdacht auf eine Herzinsuffizienz auf die Verordnung von Glitazonen verzichtet werden, bis die zur Zeit laufenden prospektiven Studien bei Patienten mit Herzinsuffizienz abgeschlossen sind.


    Prof. Dr. med. Stephan Martin, Dr. med. Melanie Stapperfend, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf

    Quelle: Thomas E. Delea, MBA, John S. Edelsberg, MD, MPH, May Hagiwara, PHD, Gerry Oster, PHD and Lawrence S. Phillips, MD. Use of Thiazolidinediones and Risk of Heart Failure in People With Type 2 Diabetes. A retrospective cohort study. Diabetes Care 26:2983-2989,2003

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