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    Erkrankungen der Blutgefäße bei Diabetes mellitus (Teil 1)
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    Erkrankungen der Blutgefäße bei Diabetes mellitus (Teil 1)

    Erkrankungen der Blutgefäße bei Diabetes mellitus - Kurzinformation

    Die Schädigung der Blutgefäße im Rahmen eines Diabetes mellitus nennt man diabetische Angiopathie. Man unterscheidet die Makroangiopathie als Erkrankung der großen Schlagadern (Arterien) (Beinarterien, Herzkranzarterien und Hirngefäßen) von der Mikroangiopathie kleiner Blutgefäße an Nieren, den Netzhäuten der Augen, dem Herzmuskel und im Gehirn (small vessel disease). Erkrankungen der Blutgefäße und entsprechende Organstörungen im Rahmen eines Diabetes mellitus treten sehr häufig auf und sind unterschiedlich stark ausgeprägt.
    Wichtig ist die Früherkennung von Organschäden. Sobald Symptome auftreten, ist das entsprechende Organsystem in vielen Fällen schon stark geschädigt.
    Die Vorbeugung und ursächliche Therapie besteht in der optimalen Einstellung des Blutzuckerspiegels, sowie des Blutdruckes und der Blutfette. Der Verzicht auf Zigarettenrauchen ist eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen. Zur Verhinderung von Organkomplikationen muss bei Diabetikern mit Herz- und Kreislauferkrankungen eine antithrombotische Therapie durchgeführt werden. Acetyl-Salicyl-Säure (ASS) zum Beispiel, hemmt die Verklebung von Blutplättchen.

    Was ist eine Makro- bzw. Mikroangiopathie - Definition

    Durch das verschobene Gleichgewicht an Stoffwechselprodukten (Glukose, Blutfette, Hormone) im Blut des Diabetikers, kommt es zur Bildung von Ablagerungen an den Gefäßwänden (Arteriosklerose). Diese Plaques führen zu Verengung (Stenosierung) und Verstopfung (Thrombosierung) der Schlagadern (Arterien). Die Schädigung der Blutgefäße im Rahmen eines Diabetes mellitus nennt man diabetische Angiopathie. Von dieser Erkrankung sind ausnahmslos alle Arterien im Körper betroffen, die großen Schlagadern ebenso wie die kleinsten Haargefäße (Kapillaren). Man unterscheidet die Makroangiopathie als Erkrankung der großen Arterien im Gehirn, am Herzen (Herzkranzarterien) und an den Beinen von der Mikroangiopathie kleiner Blutgefäße mit möglichen Schäden an Nieren (Nephropathie), den Netzhäuten der Augen (Retinopathie), den Nerven (Neuropathie), dem Gehirn und dem Herzmuskel (small vessel disease).

    Wie funktioniert der Blutkreislauf im Körper? Wie sind die Blutgefäße aufgebaut?

    Herz und Blutgefäße bilden den Blutkreislauf des Körper und verteilen das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte Blut im Körper. Man unterscheidet den großen Körperkreislauf zur Versorgung der Organe von dem kleinen Lungenkreislauf, in welchem der Gasaustausch zwischen Lunge und Blut statt findet. Die beiden Kreisläufe sind in Form einer 8 hintereinander geschaltet, in ihrer Kreuzung liegt das Herz als Saug- und Druckpumpe. Die vom Herzen wegführenden Blutgefäße heißen Schlagadern (Arterien). Die Wand der Arterien ist dreischichtig aufgebaut, mit einer starken Muskelschicht in der Mitte, um den Druckwellen des aus dem Herzen kommenden Blutes (Puls) standhalten zu können. Die größte Schlagader des Körpers (Aorta) hat, an ihrer stärksten Stelle kurz nach dem Austritt aus dem Herzen, einen Durchmesser von 2 bis 3 cm.
    Die Venen, leiten das Blut zum Herzen. Sie haben eine wesentlich dünnere Wandschicht als Arterien, die ebenfalls in drei Schichten aufgebaut ist. Die innerste Schicht der Venenwand bildet in regelmäßigen Abständen Taschenklappen, die den Rückfluss des Blutes verhindern.

    Zwischen Arterien und Venen liegen, sowohl im großen als auch im kleinen Kreislauf, die Kapillaren (Haargefäße). Wegen des geringen Durchmessers der Haargefäße (7 bis 9 Millionstel Meter) fließt das Blut mit stark verlangsamter Geschwindigkeit durch das Kapillarbett. Eine halbdurchlässige Membran, als wesentlicher Bestandteil der Kapillarwand ermöglicht den Gas-, Stoff- und Flüssigkeitsaustausch zwischen Blut und umliegendem Gewebe. Ein solches Kapillarbett befindet sich in jedem Organ (Hirn, Augen, Nieren, Herz, Verdauungstrakt, Arme, Beine usw.) und bewirkt die Versorgung des Organgewebes mit Sauerstoff.
    Von der Makroangiopathie im Rahmen des Diabetes mellitus sind besonders Herz (Herzkrankzgefäße), Gehirn (innerhalb und außerhalb des Gehirns liegende Gefäße) und Extremitäten (große Beinarterien) betroffen. Die diabetische Mikroangiopathie schädigt vor allem die Nierenkörperchen (Gefäßknäulchen innerhalb des Nierengewebes) und die kleinen Gefäße und Nerven in den Netzhäuten (Retina) der Augen.

    Wie häufig tritt die diabetische Makro- bzw. Mikroangiopathie auf?

    Die Erkrankungen der Blutgefäße und ihre Folgeerscheinungen im Rahmen eines Diabetes mellitus treten sehr häufig auf und sind ganz unterschiedlich stark ausgeprägt. Das Risiko für eine koronare Herzerkrankung steigt, sowohl für Typ 1 als auch für Typ 2 Diabetiker, mit der Dauer der Diabeteserkrankung. Männliche Diabetiker haben, gegenüber der Normalbevölkerung, ein 4fach erhöhtes Risiko an einem Herzinfarkt zu erkranken. Bei Diabetikerinnen ist das Risiko sogar 6mal höher im Vergleich zu Nichtdiabetikern. 9% der Männer mit einem Typ 1 Diabetes haben eine koronare Herzerkrankung. Bei den Frauen mit Typ 1 Diabetes liegt dieser Anteil bei 10%. Von den Typ 2 Diabetikern haben 40 % der Männer und 45% der Frauen Probleme mit dem Herzen. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit der Beinarterien (auch Schaufensterkrankheit genannt) tritt bei 20% der Diabetiker auf. An einem diabetischen Fußsyndrom erkranken im Laufe der Jahre 3% der Typ1-Diabetiker und 4% der Typ 2 Diabetiker so stark, daß eine Fußamputation durchgeführt werden muss. Schlaganfälle erleiden ca. 9% aller Diabetiker. Bei 21% der Typ1 Diabetiker und 35% der Typ 2 Diabetiker konnten Eiweißausscheidungen im Urin (Mikroalbuminurie) als Zeichen einer beginnenden Schädigung der Niere (diabetische Nephropathie) festgestellt werden.. Das Risiko einer Erblindung liegt bei Diabetikern etwa 5mal höher als in der Normalbevölkerung. Diabetikerinnen haben häufiger Sehstörungen als Diabetiker. An einer diabetischen Nervenerkrankung (diabetischen Neuropathie) erkanken 20 bis 30% aller Diabetiker. Diese und weiterführende Daten sind den Evidenzbasierten Diabetes-Leitlinien der deutschen Diabetes Gesellschaft mit den Themen Epidemiologie und Verlauf des Diabetes mellitus in Deutschland und Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle der diabetischen Retinopathie und Makulopathie entnommen.

    Wie und warum entstehen Schäden an den Blutgefäßen? - Ursachen, Entstehung

    Bei den Schädigungen von Blutgefäßen im Rahmen eines Diabetes mellitus müssen zwei unterschiedliche Erkrankungen betrachtet werden. Man unterscheidet die Makroangiopathie als Erkrankung der großen Blutgefäße an Beinen, Herzkranzarterien und Hirngefäßen von der Mikroangiopathie kleiner Blutgefäße an Nieren, den Netzhäuten der Augen und dem Herzmuskel (small vessel disease).
    Die Entwicklung der Makroangiopathie gleicht der Artherosklerose. Erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyzeridämie, Hyperlipoproteinämie) und erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie) führen zur Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden. Diese Plaques führen zu Verengung (Stenosierung) und geben Anlass zur Verstopfung (Thrombosierung) der Blutgefäße. Sie bewirken eine Versteifung der Gefäßwände, können einreissen damit die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) und Gefäßwandaussackungen (Aneurismen) begünstigen.
    Bei der Entstehung der Mikroangiopathie sind noch viele Fragen offen. In jedem Organ des Körpers gibt es ein Netz aus Haargefäßen (Kapillarnetz). Die Wand der Kapillaren besteht aus einer semipermeablen Membran, über die der Gas-, Flüssigkeits- und Stoffaustausch stattfindet. Diese Membran (Basilarmembran) verdickt sich im Rahmen eines Diabetes mellitus, durch Ablagerung von Eiweißsubstanzen. Die Dicke der Basilarmembranen ist stark von der Dauer des Diabetes und der Qualität der Stoffwechsel- und Blutdruckeinstellung abhängig. Bei der diabetischen Netzhauterkrankung des Auges (Retinopathie) scheint zusätzlich ein von Blutgefäßen produzierter Wachstumsfaktor eine Rolle zu spielen, welcher die Neubildung von Blutgefäßen anregt.
    Prinzipiell ist kein Kapillargebiet im Körper von den krankhaften Veränderungen ausgespart. An den klinischen Folgen gemessen spielen die Kapillargebiete an den Netzhäuten der Augen und in den Nieren im Rahmen der diabetischen Mikroangiopathie allerdings eine besondere Rolle.

    Anja Neufang-Sahr, Prof. Dr. med. Werner Scherbaum; Deutsches Diabetes Forschungsinstitut Düsseldorf

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