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    Diabetes ist von Anfang an eine Gefäßerkrankung
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    Diabetes ist von Anfang an eine Gefäßerkrankung

    (04.01.2002) Noch immer erkranken oder sterben Dreiviertel der Diabetiker an Ischämien (Minderdurchblutungen), meist an den Koronarien (Herzkranzgefäße)

    Diabetiker haben anders als Nichtdiabetiker von den Fortschritten der Herz-Kreislauf-Medizin nicht profitiert, sagt Professor Diethelm Tschöpe aus Düsseldorf. Die Herzinfarkt-Rate ist bei ihnen nicht zurückgegangen. Weil sie Hochrisiko-Patienten sind, könnten sie von den Möglichkeiten, Herz, Gefäße und Organe zu schützen viel profitieren. Diabetes und Herz ist deshalb das Motto des Weltdiabetestages.

    Herr Professor Tschöpe: "Diabetes und Herz" ist das Motto des Weltdiabetestages. Was hat Diabetes mit dem Herz zu tun?

    Tschöpe: Etwa Dreiviertel aller Diabetes-Patienten erkranken oder sterben an einer akuten ischämischen Symptomatik vor allem an den Koronarien. Anders als bei Patienten ohne Diabetes haben sich die Raten dieser Erkrankungen für Diabetiker kaum vermindert.

    Diabetiker haben also von dem medizinischen Fortschritt bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen bisher nicht profitiert. Das muß anders werden.

    Die Zahl der Diabetiker wird stark zunehmen

    Im Jahr 2025 werden es 300 Millionen sein
    1995
    2025
    Europa
    33 Mio.
    48 Mio.
    Afrika
    3 Mio.
    10 Mio.
    Naher Osten
    14 Mio.
    43 Mio.
    Ozeanien
    26 Mio.
    56 Mio.
    Südost-Asien
    28 MIo.
    80 Mio.
    Amerika
    31 Mio.
    64 Mio.

    Warum schadet die Zuckerkrankheit so stark den Gefäßen?

    Tschöpe: Die großen Gefäße reagieren offenbar sehr empfindlich auf Veränderungen der Glukosekonzentrationen und zwar schon dann, wenn diese nur wenig oder zeitweise erhöht sind.

    Der Diabetes führt zu Verzuckerungen von Strukturproteinen an den Gefäßwänden und auch in den Blutzellen. Das Wechselspiel zwischen Gefäßwand und Blut ist bei erhöhten Glukosekonzentrationen gestört. Dies heizt die Atherogenese und die Thrombogenese an. Typ-2-Diabetes ist daher von Anfang an eine Gefäßkrankheit. Und: Störungen im Glukosestoffwechsel wurden bisher viel zu spät als schädlich betrachtet.

    Dazu kommt noch etwas: Der Typ-2-Diabetes ist nur eine Facette im metabolischen Syndrom. Viele der Patienten haben noch weitere Konstellationen, die Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen sind, zu hohe Blutdruckwerte etwa und Fettstoffwechselstörungen. Diese Komorbiditäten verstärken das Risiko exponentiell.

    Wie ist der Progression der Gefäßschäden vorzubeugen?

    Tschöpe: Wirklich vorgebeugt werden kann eigentlich nur durch ein umfassendes Therapiekonzept, das darauf gerichtet ist, nicht nur den Blutzucker in den Normalbereich zu bringen - HbA1c unter 6,5 - sondern auch die anderen Risikofaktoren unter die als richtig und wichtig erkannten Werte zu bringen, das LDL-Cholesterin unter 100 Milligramm pro Deziliter und den Blutdruck unter 130 zu 80 mmHg oder besser noch so tief, wie die Patienten es vertragen und wie es medizinisch vertretbar ist, wie jetzt eine gerade veröffentlichte Auswertung von Daten aus der Framingham-Studie bestätigt hat.

    Wie sieht eine optimale Therapie für Typ-2-Diabetiker aus?

    Tschöpe: Dazu gehören die bekannten Lebensstiländerungen, Aufhören zu Rauchen, Bewegung, eine vernünftige Ernährung, aber, falls nötig, auch eine aggressive Pharmakotherapie. Denn entscheidend ist, daß die Zielwerte für Blutzucker, Blutdruck und Blutfette erreicht und dadurch die Patienten und ihre Gefäße geschützt werden. Weil das Gerinnungssystem bei diesen Patienten oft auch beeinflußt und dadurch das Risiko erhöht ist, meinen wir, daß heute auch eine Therapie mit 100 Milligramm ASS täglich zur Basistherapie gehört.

    Auch schon in der Primärprävention?

    Tschöpe: Die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärprävention macht bei Diabetikern nicht so viel Sinn. Denn es sieht so aus, als ob Typ-2-Diabetiker von Anbeginn wie Patienten in der Sekundärprävention betrachtet werden sollten, weil ihr kardiovaskuläres Risiko ähnlich hoch ist.

    Viele Typ-2-Diabetiker merken davon nichts, denn sie haben keinen Leidensdruck...

    Tschöpe: Jeder Typ-2-Diabetiker sollte deshalb wissen, daß er ein Hochrisikopatient für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, daß es Zielwerte gibt, die er erreichen sollte, weil dann sein Risiko entscheidend gesenkt wird. Die Patienten sollten dabei immer in das Behandlungskonzept einbezogen werden. Dazu gehört, daß sie die Zusammenhänge zwischen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie der Senkung des Risikos durch Therapie verstehen. Dies kommt der Therapietreue zu Gute.

    Wie wird der Blutzucker optimal eingestellt?

    Tschöpe: Außer den Allgemeinmaßnahmen gehören dazu orale Antidiabetika, wenn dies nicht ausreicht, sollte mit Insulin kombiniert werden, eventuell kann auch eine frühe Insulintherapie nötig sein. Entscheidend ist, daß eine normnahe Blutzuckereinstellung erreicht wird. Orientiert man sich daran, ob und wie häufig der Zielwert erreicht wird, liegt die Behandlungsschwelle in Deutschland zu hoch und der Beginn kommt zu spät. Deswegen ist der Einstieg in die Insulintherapie zögerlich und wird zu selten als sinnvolle Kombination mit oralen Antidiabetika verstanden.

    Folgen des Diabetes in Deutschland

    • Alle 19 Minuten eine Amputation,
    • alle 90 Minuten eine Erblindung,
    • alle 60 Minuten Beginn einer Dialysepflicht,
    • alle 19 Minuten ein Herzinfarkt,
    • alle 12 Minuten ein Schlaganfall Ergebnisse der Studie CODE-2, Costs of diabetes in Europe for Typ-2-Diabetes (1998).

    Redaktion: Dr. med. M. Stapperfend, Prof. Dr. med. W. Scherbaum

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